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Mechanische Bosch-Reiheneinspritzpumpen gehören zu den präzisesten Baugruppen eines Dieselmotors. Ihre fachgerechte Instandsetzung erfordert spezialisierte Prüftechnik, Erfahrung und eine Werkstatt, die sämtliche Bearbeitungsschritte selbst durchführen kann. Genau darauf ist die Einspritzpumpen Manufaktur NRW spezialisiert.

16-Zylinder-Einspritzpumpen-Prüfstand mit Messgläsern

Fördermengenprüfung, Kalibrierung und Synchronisation großer Reiheneinspritzpumpen und Pumpentandems

Die präzise Instandsetzung einer mechanischen Großdiesel-Einspritzpumpe endet nicht mit der Montage. Erst die Prüfung unter definierten Betriebsbedingungen zeigt, ob sämtliche Pumpenelemente gleichmäßig fördern, mechanische Einstellwerte stimmen und die Einspritzpumpe als vollständige Einheit zuverlässig arbeitet.

Die Einspritzpumpen Manufaktur NRW verfügt über einen speziell ausgelegten 16-Zylinder-Einspritzpumpen-Prüfstand mit volumetrischer Fördermengenmessung über Messgläser.

Der Prüfstand ermöglicht die Prüfung, Einstellung und Synchronisation großer mechanischer Reiheneinspritzpumpen sowie vollständig montierter Pumpentandems für V16-Großdieselmotoren.

Zu den wesentlichen Merkmalen gehören:

  • bis zu 16 gleichzeitig erfassbare Fördermengen
  • direkte volumetrische Messung über graduierte Messgläser
  • verstärkter Prüfstandsantrieb
  • erhöhte Schwungmasse für einen gleichmäßigen Lauf großer Pumpensysteme
  • verlängertes Pumpenbett zur Aufnahme groß dimensionierter Einspritzpumpen
  • Prüfung einzelner Großdieselpumpen
  • Prüfung vollständig montierter Pumpentandems
  • Abgleich der Fördermengen aller Pumpenelemente
  • mechanische Synchronisation gekoppelter Einspritzpumpen
  • wiederholbare Prüfung bei definierten Drehzahl- und Lastpunkten

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf mechanischen Bosch-P9- und Bosch-P10-Einspritzpumpen für MWM-, Deutz-, MTU- und weitere Großdieselmotoren.

Prüfung des vollständigen Einspritzsystems

Bei einem V16-Motor werden häufig zwei mechanisch gekoppelte Einspritzpumpen eingesetzt. Jede Pumpe versorgt dabei eine eigene Zylindergruppe.

Die beiden Pumpen können zunächst einzeln:

  • vollständig instand gesetzt,
  • mechanisch eingestellt,
  • auf dem Prüfstand geprüft
  • und hinsichtlich ihrer Fördermengen kalibriert

werden.

Die Einzelprüfung allein reicht jedoch nicht immer aus, um das Verhalten des später vollständig montierten Pumpensystems sicher zu beurteilen.

Nach der Einzelkalibrierung können beide Pumpen deshalb als vollständiges Tandem montiert und gemeinsam auf dem 16-Zylinder-Prüfstand betrieben werden.

Dadurch lässt sich kontrollieren, ob:

  • beide Pumpen mechanisch korrekt zueinander stehen,
  • sämtliche 16 Pumpenelemente gleichmäßig fördern,
  • die Antriebs- und Kupplungselemente korrekt zusammenarbeiten,
  • keine unzulässigen Unterschiede zwischen den beiden Pumpenhälften bestehen,
  • die Fördermengen über alle Zylinder vergleichbar sind
  • und das komplette Tandemsystem reproduzierbar arbeitet.

Die Prüfung des vollständigen Pumpentandems stellt somit eine zusätzliche Qualitätsstufe gegenüber der ausschließlichen Einzelprüfung dar.


Volumetrische Fördermengenmessung mit Messgläsern

Direkte Messung jeder einzelnen Pumpenfördermenge

Die Fördermengenmessung erfolgt über separate graduierte Messgläser beziehungsweise Messzylinder.

Jedes Pumpenelement ist einer eigenen Messstelle zugeordnet. Das von der Einspritzpumpe abgegebene Prüfmedium wird während eines definierten Messzyklus gesammelt und anschließend unmittelbar am zugehörigen Messglas abgelesen.

Bei einem 16-Zylinder-Pumpensystem können dadurch die Fördermengen aller 16 Pumpenelemente direkt nebeneinander verglichen werden.

Die Messung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen. Dazu gehören abhängig vom jeweiligen Prüfauftrag:

  • definierte Pumpendrehzahl
  • festgelegte Stellung der Regelstange beziehungsweise Betätigung
  • definierter Messzeitraum oder eine festgelegte Anzahl von Pumpenhüben
  • kontrollierte Temperatur des Prüfmediums
  • definierter Zulaufdruck
  • festgelegte Prüfbedingungen an den Pumpenausgängen
  • vollständige Entlüftung des Prüfsystems
  • und wiederholte Messläufe zur Kontrolle der Reproduzierbarkeit

Nur wenn diese Bedingungen eingehalten werden, lassen sich die gemessenen Fördermengen zuverlässig miteinander vergleichen.

Vorteile der Messglasmethode

Die volumetrische Messung mit Messgläsern bietet einen unmittelbar nachvollziehbaren Vergleich der einzelnen Pumpenelemente.

Die Vorteile liegen insbesondere in:

  • der direkten Sichtbarkeit der tatsächlich geförderten Volumina,
  • dem gleichzeitigen Vergleich aller Zylinder,
  • der einfachen Erkennung von Fördermengenabweichungen,
  • der Überprüfung der Wiederholgenauigkeit,
  • der Beurteilung beider Pumpenhälften eines Tandems,
  • der transparenten Kontrolle nach jeder Einstellkorrektur
  • und der zuverlässigen Endprüfung nach der Instandsetzung.

Die Messwerte werden nicht ausschließlich aus einem elektrischen Sensorsignal abgeleitet. Das geförderte Prüfvolumen steht in jedem einzelnen Messglas sichtbar zur Verfügung.

Dies ist besonders bei historischen mechanischen Großdiesel-Einspritzpumpen von Vorteil, da die Fördermengen jedes Pumpenelements direkt und unter identischen Prüfbedingungen beurteilt werden können.


Warum gleichmäßige Fördermengen entscheidend sind

Jedes Pumpenelement einer Reiheneinspritzpumpe versorgt einen eigenen Motorzylinder.

Weicht die Fördermenge eines Elements von den übrigen Elementen ab, entstehen unterschiedliche Verbrennungsbedingungen innerhalb desselben Motors.

Mögliche Folgen sind:

  • unterschiedliche Zylinderleistungen
  • unruhiger Motorlauf
  • ungleichmäßige Lastverteilung
  • voneinander abweichende Abgastemperaturen
  • erhöhte thermische Belastung einzelner Zylinder
  • Rauchentwicklung
  • erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • schlechtere Lastannahme
  • reduzierte Gesamtleistung
  • erhöhte mechanische Beanspruchung
  • und eine verkürzte Lebensdauer von Motorbauteilen

Bei einem V12- oder V16-Großdieselmotor können bereits vergleichsweise geringe Abweichungen einzelner Pumpenelemente erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtbetrieb haben.

Ziel der Prüfstandskalibrierung ist deshalb nicht lediglich eine hohe Gesamtfördermenge. Entscheidend ist eine gleichmäßige, reproduzierbare und zur jeweiligen Motorspezifikation passende Kraftstoffförderung über sämtliche Zylinder.


Prüfung von Bosch-P9- und Bosch-P10-Einspritzpumpen

Bosch-P9- und Bosch-P10-Reiheneinspritzpumpen gehören zu unseren zentralen Fachgebieten.

Diese mechanischen Großdieselpumpen werden unter anderem eingesetzt in:

  • Marine-Hauptmaschinen
  • Marine-Hilfsmotoren
  • stationären Großdieselmotoren
  • Kraftwerksaggregaten
  • Notstromanlagen
  • Industrieantrieben
  • Generatoranlagen
  • Pumpen- und Verdichterantrieben
  • Schienenfahrzeugen
  • und weiteren schweren Dauerbetriebsanwendungen

Die Pumpen unterscheiden sich abhängig von ihrer Ausführung unter anderem durch:

  • Anzahl der Pumpenelemente
  • Pumpenelementdurchmesser
  • Fördermengenbereich
  • Nockenwellen- und Nockenprofil
  • Drehrichtung
  • Antriebsanordnung
  • Nenndrehzahl
  • Regulier- und Betätigungssystem
  • zugehörige Motorleistung
  • und technische Serienausführung

Eine fachgerechte Prüfstandseinstellung muss deshalb immer auf die konkrete Pumpen- und Motorausführung abgestimmt werden.

Die alleinige Bezeichnung „Bosch P9“ oder „Bosch P10“ genügt nicht, um die erforderlichen Prüfwerte festzulegen.

Benötigt werden möglichst:

  • vollständige Bosch-Typenbezeichnung
  • Bosch-Teilenummer
  • MWM-, Deutz-, MTU- oder weitere OEM-Referenzen
  • genaue Motorbezeichnung
  • Zylinderzahl
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Drehrichtung
  • Einsatzbereich
  • und vorhandene Prüf- oder Einstelldaten

Prüfung vollständiger V16-Pumpentandems

Beide Pumpen als ein gemeinsames System betrachten

Bei verschiedenen V16-Großdieselmotoren arbeiten zwei Einspritzpumpen mechanisch gekoppelt als vollständiges Pumpentandem.

Typische Anwendungen sind, abhängig von der jeweiligen Pumpenausführung und den vorhandenen Aufnahmemöglichkeiten:

  • MTU 396 V16
  • MWM/Deutz TBD620 V16
  • MWM/Deutz TCD2020 V16
  • weitere mechanische V16-Einspritzsysteme nach technischer Prüfung

Die beiden Pumpen werden nicht nur als separate Einzelaggregate betrachtet. Nach der individuellen Instandsetzung und Einstellung wird auch ihre Zusammenarbeit als vollständiges Tandem beurteilt.

Geprüft werden können insbesondere:

  • mechanische Stellung beider Pumpen zueinander
  • korrekte Kupplung und Antriebsübertragung
  • gleichmäßiger Lauf des vollständigen Systems
  • Fördermengen der ersten Pumpenhälfte
  • Fördermengen der zweiten Pumpenhälfte
  • Übergang zwischen beiden Zylindergruppen
  • Abweichungen innerhalb jeder einzelnen Pumpe
  • Abweichungen zwischen beiden Pumpen
  • Reproduzierbarkeit bei wiederholten Messungen
  • und Synchronisation der vollständigen Einheit

Warum die Tandemprüfung notwendig ist

Zwei einzeln korrekt eingestellte Pumpen bilden nicht automatisch ein optimal abgestimmtes Tandemsystem.

Zusätzliche Abweichungen können entstehen durch:

  • mechanische Kupplungstoleranzen
  • unterschiedliche Grundstellungen
  • Abweichungen im Antrieb
  • Montagepositionen
  • Spiel innerhalb der Verbindungselemente
  • unterschiedliche Reaktionen der Betätigungsmechanik
  • und eine fehlerhafte Synchronisation beider Pumpen.

Erst die gemeinsame Prüfung zeigt, ob das vollständige Einspritzsystem unter identischen Bedingungen zusammenarbeitet.


Unsere Prüfstandstechnik

Speziell für große mechanische Einspritzpumpen ausgelegt

Große Reiheneinspritzpumpen stellen deutlich höhere Anforderungen an einen Prüfstand als konventionelle Pkw- oder Nutzfahrzeugpumpen.

Erforderlich sind unter anderem:

  • ausreichende Antriebsleistung
  • stabile Drehzahlführung
  • hohe mechanische Steifigkeit
  • sichere Pumpenaufnahme
  • präzise Ausrichtung des Antriebs
  • kontrollierte Versorgung mit Prüfmedium
  • hohe Laufruhe
  • und eine geeignete Messanlage für sämtliche Pumpenelemente

Unser 16-Zylinder-Prüfstand verfügt deshalb über:

Verstärkten Antrieb

Der Antrieb ist für die mechanischen Anforderungen großer Einspritzpumpen und vollständiger Pumpentandems ausgelegt.

Erhöhte Schwungmasse

Die erhöhte Schwungmasse unterstützt einen gleichmäßigen Lauf und reduziert kurzfristige Drehzahlschwankungen während der Prüfung großer Pumpensysteme.

Verlängertes Pumpenbett

Das verlängerte Pumpenbett schafft den erforderlichen Einbauraum für groß dimensionierte Einzelpumpen und vollständig montierte Tandemaggregate.

Bis zu 16 volumetrische Messstellen

Jedes Pumpenelement kann einer eigenen Messstelle mit Messglas zugeordnet werden. Dadurch können sämtliche Fördermengen direkt miteinander verglichen werden.

Individuelle Pumpenaufnahme

Die mechanische Aufnahme wird entsprechend der jeweiligen Pumpengeometrie, Antriebsanordnung und Prüfsituation vorbereitet.

Nicht jede Großdieselpumpe besitzt dieselben:

  • Befestigungspunkte
  • Wellenhöhen
  • Kupplungen
  • Drehrichtungen
  • Antriebselemente
  • oder Abmessungen.

Die technische Aufnahmemöglichkeit wird deshalb vor Annahme eines Prüfauftrags anhand von Fotos, Zeichnungen und Pumpendaten beurteilt.


Unser Ablauf bei der Prüfstandskalibrierung

1. Technische Identifikation

Vor Beginn der Prüfung erfassen wir:

  • Pumpenhersteller
  • vollständige Typenbezeichnung
  • sämtliche Teilenummern
  • Anzahl der Pumpenelemente
  • Drehrichtung
  • Antriebsart
  • zugehörigen Motortyp
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Einsatzbereich
  • und vorhandene Prüfwerte.

Bei einem Pumpentandem werden beide Pumpen getrennt dokumentiert.

2. Eingangskontrolle

Die Einspritzpumpe wird auf sichtbare Schäden, fehlende Bauteile, Korrosion, Leckagen und freie mechanische Beweglichkeit geprüft.

Eine Prüfstandskalibrierung setzt voraus, dass sich die Pumpe in einem technisch prüffähigen Zustand befindet.

Eine verschlissene oder beschädigte Pumpe kann nicht durch eine reine Einstellarbeit dauerhaft instand gesetzt werden.

3. Einzelprüfung nach der Instandsetzung

Bei Pumpentandems werden die beiden Pumpen zunächst einzeln geprüft.

Dabei werden unter anderem kontrolliert:

  • mechanische Funktion
  • Beweglichkeit der Regelmechanik
  • Dichtheit
  • Förderverhalten
  • Unterschiede zwischen den Pumpenelementen
  • und Wiederholbarkeit der Messergebnisse.

Erforderliche Einstellkorrekturen werden zunächst an der einzelnen Pumpe vorgenommen.

4. Montage des Pumpentandems

Nach erfolgreicher Einzelprüfung werden beide Pumpen entsprechend ihrer späteren Einbausituation mechanisch miteinander verbunden.

Dabei werden insbesondere kontrolliert:

  • Zuordnung beider Pumpenhälften
  • mechanische Grundstellung
  • Kupplung
  • Antriebsausrichtung
  • Drehrichtung
  • Betätigung
  • und Synchronisationsposition.

5. Befüllung und Entlüftung

Das Prüfsystem wird mit geeignetem Prüfmedium versorgt und vollständig entlüftet.

Luft im Prüfsystem kann Messergebnisse verfälschen und muss vor Beginn der eigentlichen Fördermengenprüfung entfernt werden.

6. Konditionierung

Vor der Messung wird die Pumpe unter definierten Bedingungen betrieben.

Ziel ist ein stabiler Zustand hinsichtlich:

  • Temperatur
  • Schmierung
  • Füllung der Pumpenelemente
  • Drehzahlverhalten
  • und mechanischer Beweglichkeit.

7. Messung in den Messgläsern

An den festgelegten Prüfpunkten wird das geförderte Volumen jedes einzelnen Pumpenelements gesammelt.

Nach einem definierten Messzyklus werden die Messgläser gemeinsam ausgewertet.

Dabei werden beurteilt:

  • absolute Fördermenge
  • Abweichung zwischen den einzelnen Elementen
  • Abweichung zwischen beiden Pumpenhälften
  • Wiederholgenauigkeit
  • und Verhalten bei verschiedenen Prüfpunkten.

8. Fördermengenabgleich

Erkannte Abweichungen werden innerhalb der technisch zulässigen Einstellmöglichkeiten korrigiert.

Nach jeder relevanten Änderung erfolgt ein erneuter Messlauf.

Die Einstellung wird so lange kontrolliert, bis die Fördermengen den bestätigten Sollwerten beziehungsweise der vereinbarten technischen Spezifikation entsprechen.

9. Tandemsynchronisation

Bei gekoppelten Einspritzpumpen werden beide Pumpen mechanisch aufeinander abgestimmt.

Dabei wird nicht nur die Einzelpumpe, sondern das gesamte 16-Zylinder-System beurteilt.

10. Wiederholungs- und Endprüfung

Nach Abschluss der Einstellarbeiten erfolgen wiederholte Messläufe.

Dadurch wird überprüft, ob:

  • die Fördermengen reproduzierbar sind,
  • keine unzulässigen Abweichungen auftreten,
  • die mechanischen Einstellungen stabil bleiben,
  • die Pumpe dicht arbeitet
  • und das Pumpentandem zuverlässig synchronisiert ist.

Kalibrierung nach Herstellerdaten oder vereinbarter Spezifikation

Die Einstellung erfolgt nach Möglichkeit anhand bestätigter:

  • Bosch-Prüfdaten
  • Motorenherstellerdaten
  • originaler Einstellunterlagen
  • dokumentierter technischer Spezifikationen
  • oder eindeutig vereinbarter kundenspezifischer Sollwerte.

Historische Großdieselpumpen existieren häufig in zahlreichen Varianten. Äußerlich ähnliche Pumpen können unterschiedliche Fördermengen, Drehzahlbereiche und interne Bauteile besitzen.

Prüfwerte dürfen deshalb nicht ungeprüft von einer ähnlichen Pumpenausführung übernommen werden.

Sind keine vollständigen Originaldaten mehr vorhanden, wird vor Beginn der Einstellung geklärt, welche belastbaren technischen Unterlagen, vorhandenen Messwerte und Motorspezifikationen zur Verfügung stehen.


Prüfung und Instandsetzung gehören zusammen

Ein Prüfstand kann den technischen Zustand einer verschlissenen Einspritzpumpe nicht ersetzen.

Werden starke Fördermengenabweichungen festgestellt, können Ursachen beispielsweise sein:

  • verschlissene Pumpenelemente
  • beschädigte Druckventile
  • Korrosion
  • schwergängige Regelbauteile
  • verschlissene Nockenwellen
  • beschädigte Rollen oder Rollenstößel
  • unzulässiges Lagerspiel
  • fehlerhafte Pumpenelementzuordnung
  • innere Leckage
  • falsche Bauteilkombinationen
  • oder frühere unsachgemäße Reparaturen.

In solchen Fällen ist zunächst eine vollständige technische Befundung und Instandsetzung erforderlich.

Eine Einstellung ohne Beseitigung des zugrunde liegenden Verschleißes kann keine dauerhaft reproduzierbare Fördermengenverteilung herstellen.


Vorteile der vollständigen 16-Zylinder-Prüfung

Die gemeinsame Prüfung sämtlicher Pumpenelemente bietet wesentliche Vorteile:

  • direkter Vergleich aller 16 Fördermengen
  • Erkennung einzelner auffälliger Pumpenelemente
  • Vergleich beider Pumpenhälften
  • Prüfung der vollständigen mechanischen Kopplung
  • Abgleich der Fördermengen eines gesamten V16-Systems
  • Kontrolle der Wiederholgenauigkeit
  • Synchronisation beider Einspritzpumpen
  • Beurteilung des kompletten Systems statt nur einzelner Komponenten
  • und höhere Sicherheit vor dem Wiedereinbau in den Motor.

Gerade bei schweren Marine-, Industrie- und Kraftwerksmotoren ist der Wiedereinbau einer ungeprüften oder nur teilweise geprüften Pumpeneinheit mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden.

Eine vollständige Prüfstandskontrolle reduziert das Risiko, dass Unterschiede zwischen beiden Pumpen oder einzelnen Pumpenelementen erst nach der Montage und Inbetriebnahme des Motors sichtbar werden.


Typische Kunden und Anwendungen

Unsere Prüfstandstechnik richtet sich unter anderem an:

  • Reedereien
  • Schiffsbetreiber
  • Werften
  • Marine-Serviceunternehmen
  • Kraftwerksbetreiber
  • Betreiber stationärer Generatoranlagen
  • Notstromanlagenbetreiber
  • Industrieunternehmen
  • Motoreninstandsetzer
  • Großdiesel-Servicebetriebe
  • Einspritzpumpen-Fachbetriebe
  • Ersatzteilunternehmen
  • und Betreiber historischer Großdieselmotoren.

Internationale Prüf- und Instandsetzungsanfragen sind nach vorheriger technischer Abstimmung möglich.


Welche Informationen benötigen wir?

Für eine erste Beurteilung senden Sie uns bitte möglichst:

  • Hersteller der Einspritzpumpe
  • vollständige Pumpentypenbezeichnung
  • sämtliche Bosch-, MWM-, Deutz-, MTU- oder weiteren OEM-Nummern
  • genaue Motorbezeichnung
  • Zylinderzahl
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Drehrichtung
  • Einsatzbereich
  • Einzelpumpe oder Pumpentandem
  • Fotos der vollständigen Pumpe
  • Fotos sämtlicher Typenschilder
  • Fotos der Kupplung und Antriebsseite
  • Abmessungen des Pumpensystems
  • vorhandene Prüf- oder Einstellunterlagen
  • Fehlerbeschreibung
  • Informationen zu vorherigen Reparaturen
  • und den gewünschten Prüf- oder Instandsetzungsumfang.

Bei einem Pumpentandem benötigen wir Fotos der vollständigen gekoppelten Einheit sowie der beiden einzelnen Typenschilder.

Bitte zerlegen oder verstellen Sie die Pumpen vor der technischen Abstimmung nicht unnötig.

Die vorhandene Einbaustellung und mechanische Zuordnung können für die spätere Synchronisation von Bedeutung sein.


Häufige Fragen zum 16-Zylinder-Prüfstand

Können vollständige V16-Pumpentandems geprüft werden?

Ja. Unser 16-Zylinder-Prüfstand wurde unter anderem für die Prüfung vollständig montierter und mechanisch gekoppelter Pumpentandems ausgelegt.

Ob ein konkretes Pumpensystem aufgenommen werden kann, wird vorab anhand seiner Abmessungen, Antriebsanordnung und technischen Daten geprüft.

Warum werden Messgläser verwendet?

Messgläser ermöglichen eine direkte volumetrische Erfassung der von jedem Pumpenelement geförderten Prüfölmenge.

Dadurch können sämtliche Zylinder unmittelbar nebeneinander verglichen und Abweichungen transparent erkannt werden.

Werden beide Pumpen eines Tandems zuerst einzeln geprüft?

Ja. Beide Pumpen werden zunächst einzeln beurteilt und eingestellt. Anschließend werden sie als vollständiges Tandemsystem montiert, gemeinsam betrieben und synchronisiert.

Können P9- und P10-Einspritzpumpen geprüft werden?

Ja. Bosch-P9- und Bosch-P10-Großdieselpumpen gehören zu unseren wesentlichen Fachgebieten.

Die konkrete Prüfbarkeit hängt von der Pumpenausführung, dem Antrieb, der Aufnahme und den verfügbaren technischen Daten ab.

Können auch andere Großdieselpumpen geprüft werden?

Weitere mechanische Reiheneinspritzpumpen und Pumpensysteme können nach technischer Prüfung angenommen werden.

Hierfür benötigen wir vorab aussagekräftige Fotos, Abmessungen und vollständige Typenschilddaten.

Ist eine Prüfstandseinstellung ohne Instandsetzung möglich?

Das hängt vom Zustand der Pumpe ab.

Ist die Einspritzpumpe technisch intakt und lediglich verstellt, kann eine Prüfung und Einstellung ausreichend sein. Bei Verschleiß, Korrosion, innerer Leckage oder mechanischen Schäden muss zunächst eine Instandsetzung erfolgen.

Werden originale Herstellerwerte verwendet?

Die Kalibrierung erfolgt nach verfügbaren und bestätigten Herstellerdaten oder nach einer eindeutig vereinbarten technischen Spezifikation.

Unbestätigte Werte ähnlicher Pumpen werden nicht ungeprüft übernommen.

Können internationale Kunden Pumpen einsenden?

Ja. Internationale Einsendungen sind nach vorheriger technischer Abstimmung möglich.

Vor dem Versand müssen Pumpen vollständig entleert, Anschlüsse verschlossen und schwere Pumpensysteme transportsicher auf einer geeigneten Palette befestigt werden.


Anfrage zur Prüfstandskalibrierung

Sie möchten eine große mechanische Einspritzpumpe oder ein vollständiges V16-Pumpentandem prüfen, kalibrieren oder synchronisieren lassen?

Senden Sie uns:

  • Typenschildfotos
  • vollständige Pumpenbezeichnungen
  • Motordaten
  • Fotos der vollständigen Einheit
  • vorhandene Einstellwerte
  • und eine Beschreibung des Prüfauftrags.

Nach Prüfung der Unterlagen bewerten wir:

  • Aufnahmemöglichkeit auf dem Prüfstand
  • erforderliche Adapter und Verbindungselemente
  • benötigte technische Daten
  • Zustand und Prüffähigkeit der Pumpe
  • erforderlichen Instandsetzungsumfang
  • möglichen Prüfablauf
  • und den voraussichtlichen Arbeitsumfang.

Eine verbindliche Beurteilung kann bei unbekanntem Pumpenzustand erst nach Eingang und technischer Untersuchung der Einspritzpumpe erfolgen.


Einspritzpumpen Manufaktur NRW

Spezialist für große mechanische Einspritzpumpen und V16-Pumpentandems

Unsere Leistungen:

  • Prüfung großer mechanischer Reiheneinspritzpumpen
  • Bosch-P9-Prüfung und Kalibrierung
  • Bosch-P10-Prüfung und Kalibrierung
  • volumetrische Fördermengenmessung mit Messgläsern
  • gleichzeitige Messung von bis zu 16 Pumpenelementen
  • Fördermengenabgleich aller Zylinder
  • Prüfung vollständiger Pumpentandems
  • mechanische Synchronisation gekoppelter Einspritzpumpen
  • Prüfstandsläufe nach der Instandsetzung
  • technische Dokumentation der Pumpenausführung
  • Reverse Engineering nicht mehr verfügbarer Komponenten
  • und vollständige Instandsetzung mechanischer Großdieselpumpen.

Präzise Fördermengenmessung für alle 16 Zylinder – nicht nur Prüfung einzelner Pumpenhälften.