Reverse Engineering und Nachfertigung nicht mehr lieferbarer Ersatzteile
Technische Rekonstruktion, Weiterentwicklung und Fertigung historischer Komponenten
Bei historischen Einspritzpumpen, Großdieselmotoren und industriellen Antriebssystemen scheitert eine Instandsetzung häufig nicht am grundsätzlichen Zustand der Maschine, sondern an einem einzelnen nicht mehr lieferbaren Bauteil.
Originalteile wurden abgekündigt, Hersteller existieren nicht mehr oder die ursprünglichen Fertigungsunterlagen sind nicht mehr vollständig verfügbar. Genau hier beginnt unser Reverse Engineering.
Die Einspritzpumpen Manufaktur NRW rekonstruiert verschlissene, beschädigte oder nicht mehr verfügbare Bauteile und entwickelt daraus technisch optimierte Ersatzlösungen.
Dazu beschaffen wir je nach Aufgabenstellung:
- alte gebrauchte Originalteile
- unbenutzte New-Old-Stock-Bauteile
- historische Musterteile
- beschädigte Komponenten
- einzelne Baugruppen
- technische Zeichnungen
- Ersatzteillisten
- Herstellerunterlagen
- sowie verfügbare Vergleichsteile
Die vorhandenen Komponenten werden zerlegt, vermessen, technisch analysiert und hinsichtlich ihrer ursprünglichen Funktion bewertet.
Sofern der ursprüngliche Hersteller noch existiert, arbeiten wir nach Möglichkeit mit ihm zusammen, um vorhandene Fertigungszeichnungen, Werkstoffangaben, Toleranzen und technische Änderungen in die Neuentwicklung einzubeziehen.
Existiert der OEM nicht mehr oder sind keine vollständigen Unterlagen verfügbar, greifen wir auf unser Netzwerk spezialisierter Hersteller, Maschinenbaubetriebe und Fertigungspartner zurück.
Unser Ziel ist dabei nicht die bloße Kopie eines alten Bauteils. Wir entwickeln die ursprüngliche Konstruktion technisch weiter und optimieren sie auf eine lange Lebensdauer, hohe Betriebssicherheit und eine vollständig spezifikationsgerechte Funktion.
Wenn Originalersatzteile nicht mehr verfügbar sind
Viele mechanische Einspritzpumpen und Großdieselmotoren wurden für eine sehr lange Einsatzdauer entwickelt.
Die zugehörige Ersatzteilversorgung endete jedoch häufig deutlich früher als die tatsächliche Nutzungsdauer der Maschinen.
Davon betroffen sind unter anderem Komponenten für:
- mechanische Bosch-Reiheneinspritzpumpen
- Bosch P9- und P10-Einspritzpumpen
- MWM- und Deutz-Großdieselmotoren
- L’Orange-Einspritzsysteme
- historische Marineantriebe
- stationäre Dieselmotoren
- Stromerzeugungsaggregate
- industrielle Sondermotoren
- klassische Mercedes-Benz Dieselmotoren
- sowie weitere historische Einspritz- und Motorensysteme
Fehlt nur ein einzelnes funktionsrelevantes Bauteil, kann eine ansonsten instandsetzungsfähige Einspritzpumpe oder ein kompletter Motor nicht wieder in Betrieb genommen werden.
Durch Reverse Engineering können solche Komponenten technisch rekonstruiert und erneut gefertigt werden.
Was bedeutet Reverse Engineering?
Reverse Engineering bezeichnet die technische Rückführung eines vorhandenen Bauteils in eine reproduzierbare Konstruktion.
Ausgangspunkt ist nicht zwingend eine vollständige Originalzeichnung. Häufig steht nur ein gebrauchtes, verschlissenes, beschädigtes oder unvollständiges Musterteil zur Verfügung.
Aus diesem Bauteil müssen unter anderem folgende Informationen ermittelt werden:
- ursprüngliche Geometrie
- funktionsrelevante Abmessungen
- Passungen und Toleranzen
- Einbaulage
- Bewegungsabläufe
- Belastungsrichtung
- Werkstoffanforderungen
- Oberflächenbeschaffenheit
- Härte und Verschleißfestigkeit
- Schmierbedingungen
- thermische Beanspruchung
- sowie die Wechselwirkung mit angrenzenden Bauteilen
Dabei wird nicht nur gemessen, was am vorhandenen Muster noch sichtbar ist.
Verschleiß, Korrosion, Verformung und frühere Reparaturen müssen erkannt und bei der Rekonstruktion berücksichtigt werden. Das vorhandene Bauteil darf deshalb nicht unkritisch eins zu eins kopiert werden.
Das Ziel ist die Wiederherstellung der ursprünglichen technischen Funktion und – wo sinnvoll – deren konstruktive Verbesserung.
Beschaffung von Originalteilen und Referenzmustern
Gebrauchte Originalteile
Gebrauchte Originalteile liefern wichtige Informationen über:
- tatsächliche Einbaumaße
- konstruktive Details
- Funktionsflächen
- Verschleißzonen
- Materialstärken
- Schmierwege
- Befestigungspunkte
- und die Interaktion mit angrenzenden Komponenten
Auch ein verschlissenes Bauteil kann als Referenz wertvoll sein, sofern der Verschleiß fachlich bewertet und die ursprüngliche Geometrie daraus rekonstruiert werden kann.
New Old Stock – NOS
New-Old-Stock-Teile sind historische Originalteile aus altem Lagerbestand, die noch nicht im Betrieb eingesetzt wurden.
Solche NOS-Komponenten sind für das Reverse Engineering besonders wertvoll, weil sie häufig:
- ihre ursprünglichen Abmessungen besitzen
- keine betriebsbedingten Verschleißspuren aufweisen
- originale Oberflächen zeigen
- ursprüngliche Fertigungsmerkmale erkennen lassen
- und als Referenz für Passungen und Funktionsflächen dienen können
Auch NOS-Teile müssen geprüft werden. Lange Lagerzeiten können zu Korrosion, Versprödung, Alterung von Beschichtungen oder Veränderungen an Dicht- und Kunststoffteilen führen.
Mehrere Vergleichsteile
Wenn möglich, untersuchen wir nicht nur ein einzelnes Bauteil, sondern mehrere Exemplare aus unterschiedlichen Fertigungsständen.
Dadurch können wir unterscheiden zwischen:
- ursprünglicher Konstruktion
- Fertigungstoleranzen
- späteren Herstelleränderungen
- betriebsbedingtem Verschleiß
- früheren Reparaturen
- und fehlerhaften Nachfertigungen
Je mehr gesicherte Vergleichsdaten vorliegen, desto zuverlässiger kann die neue Konstruktion ausgelegt werden.
Zusammenarbeit mit ursprünglichen Herstellern
Sofern der ursprüngliche Hersteller oder ein Rechtsnachfolger noch existiert, versuchen wir vorhandenes Herstellerwissen in das Projekt einzubeziehen.
Je nach Verfügbarkeit können dabei unter anderem berücksichtigt werden:
- historische Fertigungszeichnungen
- Änderungsstände
- Werkstoffangaben
- Wärmebehandlungsinformationen
- Oberflächenanforderungen
- Passungsangaben
- Prüfmerkmale
- Qualitätsvorgaben
- Einbauhinweise
- sowie bekannte technische Schwachstellen
Diese Zusammenarbeit kann helfen, die ursprüngliche Konstruktion besser zu verstehen und historische Änderungen korrekt einzuordnen.
Nicht alle technischen Unterlagen sind noch vorhanden oder freigegeben. In solchen Fällen erfolgt die Rekonstruktion auf Grundlage der verfügbaren Originalteile, der Baugruppe und der technischen Funktion.
Fertigungsnetzwerk für historische Ersatzteile
Wenn der ursprüngliche OEM nicht mehr existiert oder keine Ersatzteilfertigung mehr anbietet, setzen wir auf ein Netzwerk spezialisierter Fertigungsunternehmen.
Abhängig vom jeweiligen Bauteil arbeiten wir mit Betrieben aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, beispielsweise für:
- CNC-Drehen
- CNC-Fräsen
- Schleifen
- Honen
- Räumen
- Verzahnung
- Erodieren
- Werkzeugbau
- Präzisionsbohrungen
- Wärmebehandlung
- Oberflächenbehandlung
- Beschichtung
- Federfertigung
- Dichtungstechnik
- Guss- und Schmiedeteile
- Kleinserienfertigung
- und Sonderwerkstoffe
Der Fertigungsweg wird nicht pauschal festgelegt, sondern auf das jeweilige Bauteil abgestimmt.
Entscheidend sind:
- Funktion
- Werkstoff
- Belastung
- erforderliche Genauigkeit
- Stückzahl
- wirtschaftliche Herstellbarkeit
- und spätere Prüfbarkeit
Unser Reverse-Engineering-Prozess
1. Technische Aufgabenstellung
Zu Beginn klären wir, welches Problem gelöst werden soll.
Dabei erfassen wir unter anderem:
- Bauteilbezeichnung
- Hersteller
- Teilenummer
- zugehörige Baugruppe
- Motor- oder Pumpentyp
- vorhandene Musterteile
- bekannte Schäden
- benötigte Stückzahl
- Einsatzbedingungen
- bisherige Laufzeit
- und die gewünschte technische Ausführung
Nicht jede Aufgabenstellung erfordert eine vollständige Neuentwicklung. In einigen Fällen kann ein vorhandenes Bauteil aufgearbeitet oder durch eine bereits bekannte Ersatzlösung ersetzt werden.
2. Beschaffung und Dokumentation
Vorhandene Originalteile, NOS-Komponenten und technische Unterlagen werden zusammengetragen und dokumentiert.
Dabei werden unter anderem festgehalten:
- Kennzeichnungen
- Teilenummern
- Einbaulage
- Oberflächenzustand
- Verschleißspuren
- Bruchstellen
- Korrosion
- frühere Bearbeitungen
- und erkennbare Fertigungsmerkmale
3. Fachgerechte Zerlegung
Komplette Baugruppen werden kontrolliert zerlegt.
Die Zerlegung ist häufig entscheidend, weil sich funktionsrelevante Geometrien erst nach Ausbau des Bauteils erkennen lassen.
Dabei untersuchen wir:
- Einbaureihenfolge
- Kontaktflächen
- Schmierstellen
- Kraftübertragung
- Führungen
- Lagerungen
- Dichtstellen
- Federkräfte
- und das Zusammenspiel der Einzelteile
4. Vermessung und technische Analyse
Das Bauteil wird abhängig von seiner Funktion und Geometrie vermessen.
Erfasst werden beispielsweise:
- Längen
- Durchmesser
- Bohrungen
- Winkel
- Radien
- Gewinde
- Passungen
- Planflächen
- Rundlauf
- Formabweichungen
- Oberflächen
- und funktionsrelevante Abstände
Verschleißstellen werden nicht als ursprüngliches Fertigungsmaß übernommen. Stattdessen wird die Ausgangsgeometrie aus den vorhandenen Messdaten und dem Zusammenspiel der Baugruppe rekonstruiert.
5. Werkstoff- und Belastungsbewertung
Für eine haltbare Nachfertigung muss nicht nur die Form, sondern auch die technische Beanspruchung verstanden werden.
Je nach Bauteil berücksichtigen wir:
- Zug- und Druckbelastung
- Biegung
- Torsion
- Flächenpressung
- Stoßbelastung
- Schwingbeanspruchung
- Reibung
- Verschleiß
- Kavitation
- Temperatur
- Kraftstoffkontakt
- Schmierölkontakt
- Korrosionsgefahr
- und wechselnde Betriebszustände
Der Werkstoff wird so ausgewählt, dass er zur tatsächlichen Funktion und zum vorgesehenen Fertigungsverfahren passt.
6. Rekonstruktion und Fertigungsunterlagen
Auf Grundlage der gesicherten Daten entstehen reproduzierbare Fertigungsunterlagen.
Diese können abhängig vom Projekt umfassen:
- technische Zeichnungen
- Maß- und Toleranzangaben
- Werkstoffvorgaben
- Passungen
- Oberflächenanforderungen
- Wärmebehandlungsvorgaben
- Bearbeitungshinweise
- Prüfmerkmale
- CAD-Modelle
- und Montageinformationen
Dabei wird klar zwischen Originalmerkmalen, rekonstruierten Maßen und konstruktiven Weiterentwicklungen unterschieden.
7. Konstruktive Weiterentwicklung
Historische Bauteile werden nicht grundsätzlich unverändert nachgebaut.
Wenn bekannte Schwachstellen erkennbar sind, prüfen wir mögliche Verbesserungen, beispielsweise durch:
- optimierte Werkstoffauswahl
- verbesserte Wärmebehandlung
- verschleißbeständigere Oberflächen
- angepasste Radien
- verbesserte Schmierung
- stabilere Querschnitte
- günstigere Kraftverteilung
- verbesserte Passungen
- höhere Korrosionsbeständigkeit
- und eine fertigungsgerechtere Konstruktion
Jede Änderung muss mit der vorhandenen Baugruppe kompatibel bleiben.
Eine Verbesserung ist nur dann sinnvoll, wenn sie nicht an anderer Stelle neue Belastungen, Passungsprobleme oder Funktionsabweichungen verursacht.
8. Prototypenfertigung
Vor einer Serien- oder Kleinserienfertigung wird je nach Bauteil zunächst ein Prototyp oder Erstmuster gefertigt.
Dieses wird geprüft auf:
- Maßhaltigkeit
- Passgenauigkeit
- Montagefähigkeit
- Bewegungsfreiheit
- Oberflächenqualität
- Funktion
- und Zusammenspiel mit den vorhandenen Originalteilen
Erforderliche Anpassungen fließen anschließend in den endgültigen Fertigungsstand ein.
9. Funktionsprüfung
Die Prüfmethode richtet sich nach dem jeweiligen Bauteil.
Je nach Anwendung erfolgt beispielsweise:
- Maßprüfung
- Passungsprüfung
- Montageprüfung
- Bewegungsprüfung
- Dichtheitsprüfung
- Druckprüfung
- Härteprüfung
- Oberflächenprüfung
- Funktionsprüfung innerhalb der Baugruppe
- oder Prüfung der kompletten Einspritzpumpe auf dem Prüfstand
Bei Bauteilen für Einspritzpumpen ist die abschließende Prüfung innerhalb der vollständigen Pumpenbaugruppe besonders wichtig.
Ein Einzelteil kann maßhaltig sein und dennoch im Zusammenspiel mit den übrigen Komponenten Funktionsabweichungen verursachen.
10. Kleinserien- und Ersatzteilfertigung
Nach erfolgreicher Erprobung können geeignete Komponenten abhängig vom Bedarf als Einzelteil oder Kleinserie gefertigt werden.
Dadurch lassen sich Teile nicht nur für eine einzelne Instandsetzung, sondern auch für zukünftige Reparaturen verfügbar halten.
Weiterentwicklung statt einfacher Kopie
Unser Anspruch ist nicht, ein historisches Bauteil lediglich optisch nachzubilden.
Eine technisch hochwertige Nachfertigung muss:
- korrekt passen
- die ursprüngliche Funktion erfüllen
- den auftretenden Belastungen standhalten
- mit angrenzenden Originalteilen zusammenarbeiten
- reproduzierbar gefertigt werden können
- prüfbar sein
- und eine möglichst lange Nutzungsdauer erreichen
Historische Konstruktionen entstanden unter den damaligen Bedingungen der Werkstofftechnik, Fertigungstechnik und Wirtschaftlichkeit.
Heute stehen teilweise verbesserte Materialien, genauere Fertigungsverfahren und leistungsfähigere Prüfmethoden zur Verfügung.
Diese Möglichkeiten nutzen wir, um geeignete Bauteile gezielt weiterzuentwickeln.
Dabei gilt:
Eine konstruktive Änderung ist nur dann eine Verbesserung, wenn Funktion, Kompatibilität, Betriebssicherheit und Haltbarkeit gemeinsam berücksichtigt werden.
Optimierung auf lange Haltbarkeit
Die erreichbare Lebensdauer eines Bauteils hängt nicht nur von dessen Werkstoff ab.
Von ebenso großer Bedeutung sind:
- Konstruktion
- Fertigungsgenauigkeit
- Oberflächenqualität
- Wärmebehandlung
- Schmierung
- Einbauspiel
- Belastungsverteilung
- Montage
- Wartung
- Kraftstoffqualität
- und die Betriebsbedingungen des Motors
Deshalb betrachten wir das Bauteil nicht isoliert, sondern als Bestandteil des gesamten Systems.
Bei Einspritzpumpen können beispielsweise geringfügige Änderungen an einem Bauteil Auswirkungen haben auf:
- Fördermenge
- Steuerweg
- Regelverhalten
- Dichtheit
- Verschleiß
- Nockenbelastung
- Rollenbelastung
- Schmierung
- und Prüfstandseinstellung
Eine haltbare Lösung entsteht nur, wenn diese Zusammenhänge berücksichtigt werden.
Volle technische Leistungsfähigkeit
Das Ziel unserer Entwicklung ist eine Bauteilfunktion, die der definierten technischen Spezifikation vollständig entspricht.
Dazu gehören je nach Anwendung:
- korrekte Geometrie
- richtige Passungen
- zuverlässige Kraftübertragung
- definierte Bewegungsabläufe
- ausreichende Verschleißfestigkeit
- geeignete Werkstoffeigenschaften
- dauerhafte Dichtheit
- reproduzierbare Fertigungsqualität
- und die nachweisbare Funktion innerhalb der kompletten Baugruppe
Bei Einspritzpumpen erfolgt die abschließende Bewertung deshalb nicht ausschließlich am Einzelteil.
Entscheidend ist das Ergebnis der vollständig montierten und eingestellten Einspritzpumpe auf dem Prüfstand.
Typische Bauteile für das Reverse Engineering
Je nach technischer Machbarkeit rekonstruieren und entwickeln wir unter anderem Komponenten aus folgenden Bereichen:
Einspritzpumpen
- Pumpengehäuse
- Pumpenelemente
- Kolben- und Zylindereinheiten
- Druckventilkomponenten
- Rollen und Rollenstößel
- Buchsen
- Wellen
- Betätigungshebel
- Reglerkomponenten
- Regelstangenbauteile
- Federn
- Anschlussteile
- Dichtkomponenten
- Flansche
- und pumpenspezifische Sonderteile
Motorentechnik
- Lager- und Führungselemente
- Buchsen
- Wellen
- Hebel
- Flansche
- Halterungen
- Sonderkolben
- Pleuelkomponenten
- Ventiltriebsteile
- Adapter
- Gehäuseteile
- und nicht mehr verfügbare Montageteile
Großdiesel- und Marineanwendungen
- Bauteile historischer Großdiesel-Einspritzpumpen
- Komponenten für Bosch P9 und P10
- Teile für MWM- und Deutz-Motoren
- Komponenten historischer L’Orange-Systeme
- Pumpenantriebe
- Einsteckpumpen-Komponenten
- Lager- und Rollenbauteile
- und anwendungsspezifische Sonderanfertigungen
Die technische Machbarkeit wird für jedes Bauteil einzeln geprüft.
Einzelanfertigung und Kleinserie
Nicht jedes nicht mehr lieferbare Bauteil wird in großen Mengen benötigt.
Viele historische Einspritzpumpen und Motoren erfordern:
- ein einzelnes Ersatzteil
- einen vollständigen Satz für einen Motor
- eine kleine Reserve für zukünftige Reparaturen
- oder eine begrenzte Kleinserie
Unsere Fertigungsstrategie richtet sich deshalb nach dem tatsächlichen Bedarf.
Abhängig von Geometrie, Werkzeugaufwand und Fertigungsverfahren können wir Lösungen entwickeln für:
- Einzelstücke
- Prototypen
- Erstmuster
- kleine Ersatzteilserien
- und wiederkehrende Bedarfe
Vor Beginn der Fertigung werden technische Aufwand, Stückzahl und wirtschaftliche Umsetzbarkeit bewertet.
Qualitätssicherung
Eine Nachfertigung ist nur dann sinnvoll, wenn ihre technischen Eigenschaften nachvollziehbar und prüfbar sind.
Je nach Bauteil umfasst die Qualitätssicherung:
- Prüfung der Ausgangsteile
- dokumentierte Vermessung
- Zeichnungsprüfung
- Erstmusterprüfung
- Maßkontrolle
- Passungsprüfung
- Werkstoffnachweis
- Härteprüfung
- Oberflächenprüfung
- Montageprüfung
- Funktionsprüfung
- und Endprüfung innerhalb der vollständigen Baugruppe
Der Prüfaufwand richtet sich nach Funktion, Belastung und möglichem Schadensrisiko des jeweiligen Bauteils.
Für welche Kunden arbeiten wir?
Unsere Reverse-Engineering-Leistungen richten sich unter anderem an:
- Betreiber historischer Dieselmotoren
- Reedereien und Schiffsbetriebe
- Kraftwerksbetreiber
- Industrieunternehmen
- Motoreninstandsetzer
- Einspritzpumpen-Fachbetriebe
- Oldtimerwerkstätten
- Ersatzteilhändler
- Maschinenbauunternehmen
- Betreiber von Notstromanlagen
- Sammler historischer Technik
- und Unternehmen mit nicht mehr unterstützten Maschinen
Internationale Anfragen sind nach vorheriger technischer Abstimmung möglich.
Welche Informationen benötigen wir?
Für eine erste technische Bewertung benötigen wir möglichst:
- Bezeichnung des Bauteils
- Hersteller
- Originalteilenummer
- Motor- oder Pumpentyp
- Einbauort
- benötigte Stückzahl
- Fotos des Bauteils
- Fotos der vollständigen Baugruppe
- verfügbare Zeichnungen
- Ersatzteillisten
- bekannte Maße
- Beschreibung des Schadens
- Angaben zur bisherigen Laufzeit
- und Informationen zu den Betriebsbedingungen
Vorhandene Originalteile sollten nicht unnötig nachbearbeitet, gestrahlt oder entsorgt werden.
Auch beschädigte Fragmente können wichtige Informationen über:
- ursprüngliche Geometrie
- Materialstärke
- Bruchursache
- Oberflächen
- Passungen
- und Belastungsverläufe
liefern.
Häufige Fragen zum Reverse Engineering
Können Sie jedes nicht mehr lieferbare Bauteil nachfertigen?
Nein. Die technische und wirtschaftliche Machbarkeit muss für jedes Bauteil einzeln geprüft werden.
Entscheidend sind unter anderem Funktion, Material, erforderliche Genauigkeit, Belastung, vorhandene Muster und benötigte Stückzahl.
Reicht ein verschlissenes Altteil als Muster?
Häufig kann auch ein verschlissenes Bauteil als Ausgangspunkt dienen.
Die ursprüngliche Geometrie muss dann aus Verschleißbild, Gegenbauteilen, Vergleichsteilen und verfügbaren Unterlagen rekonstruiert werden. Je mehr Vergleichsdaten vorhanden sind, desto sicherer ist das Ergebnis.
Können New-Old-Stock-Teile verwendet werden?
Ja. NOS-Teile sind häufig besonders wertvolle Referenzmuster.
Sie werden jedoch ebenfalls geprüft, da lange Lagerung zu Korrosion oder Alterung führen kann.
Arbeiten Sie mit den ursprünglichen Herstellern zusammen?
Sofern der Hersteller oder ein Rechtsnachfolger noch existiert und eine Zusammenarbeit möglich ist, beziehen wir vorhandene Fertigungsinformationen und technische Erfahrung nach Möglichkeit in das Projekt ein.
Was geschieht, wenn der ursprüngliche Hersteller nicht mehr existiert?
In diesem Fall nutzen wir vorhandene Originalteile, technische Unterlagen und unser Netzwerk spezialisierter Fertigungsunternehmen.
Die Komponente wird auf Grundlage ihrer Geometrie, Funktion, Belastung und Einbausituation rekonstruiert.
Werden Bauteile unverändert kopiert?
Nicht grundsätzlich.
Wir prüfen, ob bekannte Schwachstellen durch eine geeignete Werkstoffwahl, verbesserte Oberflächen, angepasste Geometrien oder optimierte Fertigungsverfahren reduziert werden können.
Die Kompatibilität zur vorhandenen Baugruppe muss dabei erhalten bleiben.
Sind Einzelanfertigungen möglich?
Abhängig von Bauteil und Fertigungsaufwand sind Einzelstücke, Prototypen und Kleinserien möglich.
Wie wird die Funktion geprüft?
Die Prüfung richtet sich nach dem Bauteil.
Bei Einspritzpumpen-Komponenten erfolgt die abschließende Bewertung nach Möglichkeit innerhalb der vollständig montierten Pumpe und auf dem geeigneten Prüfstand.
Anfrage für Reverse Engineering und Ersatzteilnachfertigung
Sie benötigen ein Ersatzteil, das vom ursprünglichen Hersteller nicht mehr geliefert wird?
Senden Sie uns bitte:
- aussagekräftige Fotos
- Originalteilenummern
- Herstellerbezeichnungen
- Angaben zur zugehörigen Maschine
- vorhandene Zeichnungen oder Ersatzteillisten
- die benötigte Stückzahl
- und eine kurze Beschreibung der technischen Aufgabe
Nach Prüfung der Unterlagen bewerten wir:
- technische Machbarkeit
- benötigte Referenzteile
- erforderlichen Entwicklungsaufwand
- mögliche Fertigungsverfahren
- Prüfanforderungen
- und wirtschaftliche Umsetzbarkeit
Eine verbindliche Beurteilung ist häufig erst möglich, nachdem das Originalbauteil und die zugehörige Baugruppe untersucht wurden.
Einspritzpumpen Manufaktur NRW
Reverse Engineering für historische Einspritzpumpen, Motoren und Großdieseltechnik
Unsere Leistungen:
- Beschaffung gebrauchter Originalteile
- Beschaffung von New-Old-Stock-Komponenten
- Zerlegung historischer Baugruppen
- technische Vermessung
- Rekonstruktion nicht mehr verfügbarer Ersatzteile
- Zusammenarbeit mit ursprünglichen Herstellern
- Erstellung neuer Fertigungsunterlagen
- konstruktive Weiterentwicklung
- Optimierung auf lange Lebensdauer
- Prototypenfertigung
- Einzelanfertigung
- Kleinserienfertigung
- Qualitätsprüfung
- und Funktionsprüfung innerhalb der vollständigen Baugruppe
Nicht mehr lieferbar bedeutet nicht automatisch nicht mehr reparierbar.