MWM/Deutz TBD604 und TBD604B Einspritzpumpen
Instandsetzung, Kalibrierung und Ersatzteilversorgung für Bosch P10 Reiheneinspritzpumpen
Die MWM- und Deutz-Motoren der Baureihe TBD604 beziehungsweise TBD604B gehören zu den leistungsstarken mechanisch eingespritzten Großdieselmotoren für Marine-, Industrie-, Generator-, Lokomotiv-, Pumpen- und stationäre Anwendungen.
Die TBD604B-Motoren wurden unter anderem als:
TBD604BL6
TBD604BV8
TBD604BV12
TBD604BV16
ausgeführt.
Es handelt sich um wassergekühlte Viertakt-Dieselmotoren mit Direkteinspritzung, Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung. Die technische Ausführung wurde je nach Einsatzgebiet und Leistungsstufe angepasst.
Ein zentraler Bestandteil dieser Motoren ist die mechanische Bosch P10 Reiheneinspritzpumpe.
Die Einspritzpumpen Manufaktur NRW ist auf die vollständige Instandsetzung, Vermessung, Ersatzteilversorgung und Prüfstandskalibrierung dieser historischen Großdiesel-Einspritzpumpen spezialisiert.
Unser Arbeitsbereich umfasst insbesondere:
TBD604 L6 / TBD604BL6
TBD604 V8 / TBD604BV8
TBD604 V12 / TBD604BV12
TBD604 V16 / TBD604BV16
sowie die unterschiedlichen Bosch-P10-Pumpenausführungen dieser Motoren.
TBD604 ist nicht gleich TBD604
Unterschiedliche Zylinderzahlen – unterschiedliche Einspritzpumpen
Die Bezeichnung „TBD604 Einspritzpumpe“ reicht für eine technisch zuverlässige Zuordnung nicht aus.
Innerhalb der Motorenfamilie wurden unterschiedliche Pumpen verwendet.
Je nach:
- Zylinderzahl
- Motorleistung
- Nenndrehzahl
- Einsatzzweck
- Entwicklungsstand
- Emissionsausführung
- Drehrichtung
- und Pumpenkonfiguration
können sich die Bosch-Einspritzpumpen erheblich unterscheiden.
Unterschiede bestehen beispielsweise bei:
- Anzahl der Pumpenelemente
- Pumpenelementausführung
- Nockenwelle
- Nockenprofil
- Fördermenge
- Regelstangenweg
- Drehrichtung
- Pumpenantrieb
- Kupplung
- Förderbeginn
- und Prüfstandseinstellung.
Deshalb betrachten wir niemals nur die äußere Form einer Pumpe.
Entscheidend ist die vollständige Kombination aus:
Bosch-Typenformel
Bosch-Teilenummer
MWM-/Deutz-Referenz
Motorbezeichnung
Motorleistung
und:
Nenndrehzahl
Bosch P10 Einspritzpumpen für den TBD604
Der TBD604 gehört zu den Motorenfamilien, bei denen mechanische Bosch-P10-Reiheneinspritzpumpen eingesetzt wurden.
Dabei existiert nicht nur eine einzelne P10-Ausführung.
Bereits zwischen L6, V8 und V12 unterscheiden sich Anzahl der Pumpenelemente, Gehäuse, Nockenwelle, Antrieb und Kalibrierung.
Bei einem TBD604BV16 kommt zusätzlich eine Besonderheit hinzu:
Der V16 arbeitet mit zwei Einspritzpumpen.
MWM beschreibt für TBD604BL6, TBD604BV8 und TBD604BV12 jeweils eine Einspritzpumpe, beim TBD604BV16 dagegen zwei Pumpen.
Damit wird die Abstimmung beider Pumpen beim V16 zu einem eigenen technischen Thema.
TBD604 L6 – Sechszylinder-Reiheneinspritzpumpe
Für den TBD604 L6 finden sich unter anderem Bosch-Pumpenausführungen der P10-Familie wie:
FA-PE6/10/150/300RS15
Bosch:
9 400 365 604
Alternative Schreibweise:
9400365604
Diese Pumpe ist als Sechszylinder-Reiheneinspritzpumpe für den TBD604 L6 zugeordnet.
Innerhalb der L6-Ausführungen können weitere technische Pumpenstände vorkommen.
Deshalb wird auch bei einer scheinbar eindeutigen Sechszylinderpumpe vor Beginn der Arbeiten das vollständige Typenschild dokumentiert.
TBD604B V8
Für Achtzylinder-Ausführungen des TBD604B ist unter anderem folgende Bosch-P10-Pumpe relevant:
PE8/10M/150/100LS46
Bosch:
9 410 365 824
Alternative Schreibweise:
9410365824
Bosch-Referenz:
B 406 080 016
Alternative Schreibweise:
B406080016
MWM/Deutz:
12137108
Diese Kombination wird dem TBD604BV8 zugeordnet.
Die vollständige Kennung LS46 ist dabei technisch relevant.
Eine ähnliche PE8/10-Pumpe mit anderer LS-Kennung darf deshalb nicht allein aufgrund gleicher Baugröße als Ersatz verwendet oder nach denselben Werten eingestellt werden.
TBD604B V12
Bei den Zwölfzylinder-Ausführungen kommen entsprechend zwölfteilige Bosch-P10-Reiheneinspritzpumpen zum Einsatz.
Eine relevante Ausführung ist:
FA-PE12/10M/150/100LS54
Bosch:
9 410 365 018
Alternative Schreibweise:
9410365018
Bosch-Referenz:
B 406 090 010
Alternative Schreibweise:
B406090010
MWM/Deutz:
12137109
Diese Pumpe findet sich sowohl im technischen Umfeld des TBD604B als auch bei bestimmten TBD620-V12-Ausführungen.
Weitere V12-Pumpenstände
Eine weitere Zwölfzylinder-Ausführung ist:
FA-PE12/10M/150/100LS55
Bosch:
9 410 365 019
Alternative Schreibweise:
9410365019
MWM/Deutz:
12309174
Auch diese Ausführung wird im Zusammenhang mit TBD604B-Anwendungen geführt.
Zusätzlich existieren weitere MWM-Pumpenreferenzen innerhalb der TBD604BV12-Familie.
Die Pumpennummer:
12137083
wird beispielsweise als Einspritzpumpe für den TBD604BV12 geführt.
Genau solche Varianten zeigen, warum bei historischen Großdieselmotoren nicht mit einer allgemeinen Aussage wie:
„Das ist eine TBD604-V12-Pumpe“
gearbeitet werden sollte.
Für die Instandsetzung ist immer die konkrete Pumpenausführung entscheidend.
TBD604BV16
Zwei Einspritzpumpen für einen V16-Motor
Der TBD604BV16 unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von den L6-, V8- und V12-Ausführungen.
Beim V16 werden zwei Einspritzpumpen eingesetzt.
Beide Pumpen versorgen gemeinsam den vollständigen 16-Zylinder-Motor.
Damit müssen nicht nur die einzelnen Pumpenelemente innerhalb jeder Pumpe korrekt arbeiten.
Auch beide Pumpen müssen hinsichtlich ihrer Funktion zueinander passen.
Zu berücksichtigen sind unter anderem:
- Fördermengen beider Pumpen
- Gleichmäßigkeit aller Pumpenelemente
- mechanische Grundeinstellung
- Regelstangenbewegung
- Pumpenantrieb
- Verschleißzustand
- frühere Reparaturen
- Pumpenelementausführung
- und motorspezifische Einstellung.
Gerade nach Jahrzehnten im Betrieb ist nicht selbstverständlich, dass beide Pumpen noch denselben technischen Zustand besitzen.
Es kommt beispielsweise vor, dass:
- nur eine Pumpe bereits früher überholt wurde
- unterschiedliche Pumpenelemente eingebaut wurden
- verschiedene Reparaturstände vorhanden sind
- eine Pumpe stärker verschlissen ist
- oder Einstellungen über die Jahre verändert wurden.
Deshalb betrachten wir bei einem TBD604BV16 nach Möglichkeit beide Einspritzpumpen als gemeinsames Motorsystem.
Förderbeginn beim TBD604
Kein allgemeiner Einstellwert für jede Motorvariante
Ein besonders wichtiger Punkt bei der TBD604-Familie ist die Einstellung des Förderbeginns.
Nach Arbeiten an:
- Einspritzpumpe
- Pumpenantrieb
- Kupplung
- oder den entsprechenden Antriebskomponenten
muss der Förderbeginn kontrolliert beziehungsweise neu eingestellt werden.
MWM unterscheidet dabei zwischen den verschiedenen Motorvarianten.
Zur Kontrolle wird je nach Motor an unterschiedlichen Pumpenausgängen gearbeitet:
TBD604BL6 – Zylinder 1
TBD604BV8 – Zylinder B4
TBD604BV12 – Zylinder B6
TBD604BV16 – B4 und B8
Besonders wichtig:
Der eigentliche Kontrollwert des Förderbeginns ist aus den Abnahmeunterlagen des konkreten Motors zu entnehmen.
Es gibt deshalb keinen einzigen universellen Förderbeginn, der ungeprüft auf jeden TBD604 übertragen werden darf.
Genau diese motorspezifische Betrachtung ist für eine fachgerechte Instandsetzung entscheidend.
Pumpenantrieb und Lamellenkupplung
Die Einspritzpumpe des TBD604 ist nicht nur ein isoliertes Bauteil.
Pumpe und Motor sind über einen mechanischen Pumpenantrieb miteinander verbunden.
Zum System gehören unter anderem:
- Pumpenantriebszahnrad
- Pumpennockenwelle
- Antriebswelle
- Lamellenkupplung
- Regelstange
- Regelgestänge
- Drehzahlregler beziehungsweise Stellglied
- und die motorspezifische Förderbeginn-Einstellung.
MWM sieht für Arbeiten an der Einspritzpumpe beziehungsweise deren Ausbau ausdrücklich die Demontage beziehungsweise Einstellung dieser Antriebskomponenten vor.
Das bedeutet:
Eine korrekt kalibrierte Einspritzpumpe kann am Motor nur dann richtig arbeiten, wenn auch der mechanische Einbau und der Förderbeginn stimmen.
Hydraulischer oder elektronischer Motorregler
Bei TBD604B-Motoren kann die Drehzahlregelung je nach Ausführung hydraulisch oder elektronisch erfolgen.
Der Regler beeinflusst über das Regelgestänge und die Regelstange der Einspritzpumpe die eingespritzte Kraftstoffmenge.
MWM beschreibt beim TBD604B sowohl hydraulische als auch elektronische Reglerkonfigurationen.
Deshalb prüfen wir bei einer Pumpenanfrage auch:
- welche Reglerausführung vorhanden ist
- wie die Regelstange betätigt wird
- welche Grundstellung vorhanden ist
- und ob Veränderungen am Regelgestänge vorgenommen wurden.
Eine Pumpenprüfung ohne Kenntnis dieser Motorkonfiguration kann zu falschen Schlussfolgerungen führen.
Unsere Instandsetzung von TBD604-Einspritzpumpen
1. Technische Identifikation
Vor der Zerlegung dokumentieren wir:
- Bosch-Typenbezeichnung
- Bosch-Teilenummer
- MWM-/Deutz-Nummer
- Motortyp
- Motornummer
- Zylinderzahl
- Motorleistung
- Nenndrehzahl
- Drehrichtung
- Reglerausführung
- Pumpenantrieb
- Einzelpumpe oder V16-Pumpenpaar
- und vorhandene Prüf- beziehungsweise Abnahmeunterlagen.
Beim TBD604BV16 werden beide Einspritzpumpen getrennt dokumentiert.
2. Eingangsbefund
Bevor die Pumpe gereinigt oder zerlegt wird, beurteilen wir ihren Anlieferungszustand.
Dabei achten wir unter anderem auf:
- Kraftstoffundichtigkeiten
- Ölundichtigkeiten
- Korrosion
- beschädigte Anschlüsse
- schwergängige Regelstangen
- beschädigte Kupplungsteile
- Veränderungen an Einstellschrauben
- unterschiedliche Bauteilstände
- und Hinweise auf frühere Reparaturen.
Gerade bei historischen Pumpen kann der ursprüngliche Zustand wichtige Informationen über die Ursache eines Problems liefern.
3. Vollständige Demontage
Die Einspritzpumpe wird kontrolliert zerlegt.
Abhängig von der Ausführung prüfen wir unter anderem:
- Pumpengehäuse
- Pumpenelemente
- Pumpenkolben
- Pumpenzylinder
- Druckventile
- Druckventilhalter
- Nockenwelle
- Nockenprofile
- Rollen
- Rollenstößel
- Lager
- Buchsen
- Wellen
- Regelstange
- Regelmechanik
- Federn
- Pumpenantrieb
- Kupplung
- und Dichtflächen.
4. Reinigung und Präzisionsvermessung
Nach der Reinigung erfolgt die technische Bewertung der Komponenten.
Entscheidend sind nicht nur sichtbare Schäden.
Wir beurteilen unter anderem:
- Verschleiß der Pumpenelemente
- innere Leckage
- Maßhaltigkeit
- Oberflächenzustand
- Korrosionsschäden
- Druckventilzustand
- Nockenwellenverschleiß
- Nockenprofile
- Rollen
- Rollenstößel
- Lagerstellen
- Buchsen
- Regelmechanik
- und Gehäusepassungen.
Für uns gilt:
Ein Bauteil ist nicht automatisch verwendbar, nur weil es optisch noch gut aussieht.
Maßhaltigkeit und Funktion entscheiden über die weitere Verwendung.
Pumpenelemente – Herzstück der P10 Einspritzpumpe
Die Pumpenelemente arbeiten mit sehr engen Passungen.
Bereits geringer Verschleiß kann die tatsächliche Fördermenge und insbesondere das Verhalten bei unterschiedlichen Drehzahlen beeinflussen.
Typische Probleme sind:
- Verschleiß von Kolben und Pumpenzylinder
- erhöhte Leckage
- Korrosion
- Fressspuren
- Oberflächenschäden
- schwergängige Pumpenkolben
- und unterschiedliche Zustände zwischen den Pumpenelementen.
Beim TBD604BV16 ist zusätzlich entscheidend, dass nicht nur innerhalb einer Pumpe, sondern über beide Pumpen hinweg eine technisch sinnvolle Gleichmäßigkeit erreicht wird.
Druckventile und Hochdruckseite
Auch die Druckventile haben erheblichen Einfluss auf das Einspritzverhalten.
Wir prüfen:
- Ventilsitz
- Dichtfläche
- Beweglichkeit
- Verschleiß
- Beschädigungen
- Federn
- Druckventilhalter
- und die Zuordnung zur jeweiligen Pumpenausführung.
Ein verschlissenes Pumpenelement lässt sich nicht durch ein anderes Druckventil „wegkalibrieren“.
Die mechanische Grundlage muss stimmen, bevor eine Einspritzpumpe auf dem Prüfstand eingestellt wird.
Nockenwelle, Rollen und Rollenstößel
Die Förderbewegung der Pumpenelemente wird durch die Pumpennockenwelle erzeugt.
Verschleiß an:
- Nockenprofilen
- Rollen
- Rollenstößeln
- Lagerstellen
- und Wellen
kann deshalb unmittelbar Einfluss auf Hubverlauf, Förderbeginn und Einspritzcharakteristik haben.
Besonders bei Pumpen mit sehr hoher Betriebsstundenzahl reicht eine reine Prüfung der Fördermenge nicht aus.
Die Mechanik muss zunächst technisch beurteilt werden.
Ersatzteile für TBD604-P10-Pumpen
Viele dieser Einspritzpumpen befinden sich seit mehreren Jahrzehnten im Einsatz.
Die Ersatzteilversorgung wird entsprechend schwieriger.
Benötigte Komponenten können heute:
- noch als Originalteil verfügbar sein
- aus historischen Lagerbeständen stammen
- nur noch als New Old Stock existieren
- aus Referenzpumpen gewonnen werden
- oder vollständig abgekündigt sein.
Unsere Werkstatt nutzt deshalb verschiedene Möglichkeiten:
- eigene Ersatzteilbestände
- Originalteile
- NOS-Komponenten
- gebrauchte Referenzteile
- komplette Referenzpumpen
- technische Altunterlagen
- und spezialisierte Fertigungspartner.
Reverse Engineering für nicht mehr verfügbare P10-Komponenten
Ist ein benötigtes Originalteil nicht mehr verfügbar, prüfen wir die technische Möglichkeit einer Nachfertigung.
Dafür können vorhandene Komponenten:
- vermessen
- materialtechnisch beurteilt
- konstruktiv analysiert
- digital rekonstruiert
- in CAD übertragen
- als Muster gefertigt
- geprüft
- und anschließend als Einzelteil oder Kleinserie hergestellt werden.
Dabei berücksichtigen wir:
- Werkstoff
- Härte
- Wärmebehandlung
- Oberflächengüte
- Passungen
- Toleranzen
- mechanische Belastung
- Verschleißverhalten
- Schmierung
- und langfristige Funktion.
Unser Ziel ist nicht die optische Kopie eines alten Pumpenteils.
Das nachgefertigte Bauteil muss innerhalb der Bosch-P10-Einspritzpumpe zuverlässig funktionieren.
Prüfstandskalibrierung
Nach Abschluss der mechanischen Arbeiten wird die Einspritzpumpe auf geeignetem Prüfstandsequipment betrieben.
Abhängig von Pumpenausführung und vorhandenen Prüfdaten kontrollieren wir unter anderem:
- Fördermenge jedes einzelnen Pumpenelements
- Gleichmäßigkeit aller Elemente
- unterschiedliche Drehzahlpunkte
- Wiederholgenauigkeit
- Regelstangenweg
- Abschaltstellung
- Dichtheit
- mechanischen Lauf
- und motorspezifische Sollwerte.
Prüfwerte einer ähnlich aussehenden Pumpe werden nicht einfach übernommen.
Entscheidend ist die tatsächliche Bosch-Pumpenausführung und der zugehörige TBD604-Motorstand.
TBD604BV16 – Prüfung beider Einspritzpumpen
16 Zylinder müssen als vollständiges System betrachtet werden
Da der TBD604BV16 mit zwei Einspritzpumpen arbeitet, empfehlen wir bei einer vollständigen Motorinstandsetzung oder bei unbekannter Vorgeschichte die gemeinsame Beurteilung beider Pumpen.
Dabei vergleichen wir unter anderem:
- Zustand der Pumpenelemente
- Fördermengen
- Regelstangenbewegung
- mechanische Grundstellung
- Nockenwellenzustand
- Pumpenkennungen
- Pumpenteile
- und vorhandene Reparaturstände.
Abhängig von der konkreten Pumpenkonfiguration können beide Pumpen mit unserer Prüfstandstechnik über insgesamt bis zu 16 Messstellen miteinander verglichen und aufeinander abgestimmt werden.
Unser Ziel lautet auch hier nicht:
zwei einzeln funktionierende Pumpen.
Sondern:
ein gleichmäßig arbeitendes Einspritzsystem für alle 16 Zylinder des TBD604BV16.
Warum die Gleichmäßigkeit beim V16 besonders wichtig ist
Unterschiedliche Kraftstoffmengen zwischen den Zylindern können unter anderem zu folgenden Problemen führen:
- abweichende Abgastemperaturen
- unterschiedliche Zylinderleistungen
- ungleichmäßige thermische Belastung
- Rauchentwicklung
- erhöhtem Kraftstoffverbrauch
- schlechtem Lastverhalten
- unruhigem Motorlauf
- und erhöhtem Verschleiß.
Bei einem großen V16-Marine- oder Industriemotor können bereits geringe Abweichungen einzelner Zylinder über lange Betriebszeiten erhebliche Auswirkungen haben.
Deshalb ist nicht nur die maximale Fördermenge entscheidend.
Entscheidend ist die gleichmäßige und reproduzierbare Kraftstoffverteilung über den gesamten Motor.
Einspritzpumpe und Einspritzdüse gehören zusammen
Auch beim TBD604 kann die Einspritzpumpe nicht vollständig losgelöst von den Einspritzdüsen betrachtet werden.
Je nach Motorstand existieren unterschiedliche:
- Düsenhalterkombinationen
- Düsenhalter
- Düseneinsätze
- Spannmuttern
- Düsenschutzrohre
- und Nachfolgeausführungen.
Für P10-Anwendungen wurden sowohl ältere als auch neuere Düsenhalterkonfigurationen eingesetzt.
Deshalb sollte bei:
- unterschiedlichen Abgastemperaturen
- Rauchentwicklung
- Leistungsverlust
- unbekannter Vorgeschichte
- langer Stillstandszeit
- oder vollständiger Motorüberholung
auch der Zustand der Einspritzdüsen überprüft werden.
Häufig gesuchte TBD604-Einspritzpumpen
TBD604 L6
FA-PE6/10/150/300RS15
Bosch:
9 400 365 604
9400365604
TBD604B V8
PE8/10M/150/100LS46
Bosch:
9 410 365 824
9410365824
B 406 080 016
B406080016
MWM/Deutz:
12137108
TBD604B V12
FA-PE12/10M/150/100LS54
Bosch:
9 410 365 018
9410365018
B 406 090 010
B406090010
MWM/Deutz:
12137109
Weitere V12-Ausführung:
FA-PE12/10M/150/100LS55
Bosch:
9 410 365 019
9410365019
MWM/Deutz:
12309174
Weitere MWM-Referenz:
12137083 – TBD604BV12 Einspritzpumpe
Typische Schadensbilder
Bei Bosch-P10-Pumpen aus TBD604-Anwendungen finden wir unter anderem:
- verschlissene Pumpenelemente
- innere Leckage
- Korrosion
- festgehende Pumpenkolben
- beschädigte Druckventile
- schwergängige Regelstangen
- verschlissene Rollen
- Rollenstößelschäden
- Nockenwellenverschleiß
- Lagerspiel
- beschädigte Federn
- undichte Wellendichtringe
- beschädigte Kupplungsteile
- falsche Pumpenteile aus früheren Reparaturen
- unterschiedliche Fördermengen
- und fehlerhafte Grundeinstellungen.
Bei V16-Motoren kommt zusätzlich eine mögliche Abweichung zwischen den beiden Einspritzpumpen hinzu.
Warum sich die Instandsetzung eines TBD604 weiterhin lohnt
Viele TBD604-Motoren arbeiten bis heute in technisch wichtigen Anlagen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Schiffsantriebe
- Generatoranlagen
- stationäre Energieerzeugung
- Industrieanlagen
- Lokomotiven
- Pumpenantriebe
- Kompressoranlagen
- und Sondermaschinen.
Die ursprüngliche MWM-Betriebsanleitung nennt genau solche Anwendungen für die TBD604B-Familie.
Ein Problem an der Einspritzpumpe bedeutet dabei nicht automatisch, dass der vollständige Motor wirtschaftlich am Ende seiner Lebensdauer ist.
Häufig ist die eigentliche Ursache wesentlich kleiner:
ein verschlissenes Pumpenelement, ein beschädigtes Druckventil, eine ausgeschlagene Mechanik oder ein heute nicht mehr lieferbares Einzelteil.
Der Austausch eines vollständigen Großdieselmotors kann dagegen erhebliche Folgekosten auslösen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Umbau des Motorfundaments
- Anpassung von Getriebe oder Generator
- Änderung von Kühlkreisläufen
- Abgasanlage
- Kraftstoffsystem
- Steuerung
- Elektrik
- Überwachung
- neue technische Dokumentation
- Klassifikationsanforderungen
- und lange Anlagenstillstände.
Für Betreiber, technische Einkäufer und Asset Manager kann die fachgerechte Instandsetzung der vorhandenen Bosch-P10-Einspritztechnik deshalb wirtschaftlich erheblich sinnvoller sein als ein vollständiger Motorwechsel.
Welche Informationen benötigen wir?
Für eine erste technische Beurteilung senden Sie uns bitte:
Motordaten
- genaue Motorbezeichnung
- Motornummer
- TBD604 oder TBD604B
- L6 / V8 / V12 / V16
- Motorleistung
- Nenndrehzahl
- Einsatzbereich
Pumpendaten
- vollständige Bosch-Typenformel
- Bosch-Teilenummer
- MWM-/Deutz-Nummer
- Drehrichtung
- Fotos aller Typenschilder
- Fotos der vollständigen Einspritzpumpe
- Fotos der Antriebsseite
Zusätzlich
- Fehlerbeschreibung
- bekannte Betriebsstunden
- Angaben zu früheren Reparaturen
- vorhandene Prüfprotokolle
- Motor-Abnahmeunterlagen
- Ersatzteilunterlagen
- und vorhandene Förderbeginnwerte.
Beim TBD604BV16 empfehlen wir nach Möglichkeit die gemeinsame Anfrage und Einsendung beider Einspritzpumpen.
Häufige Fragen
Welche Einspritzpumpe besitzt mein TBD604?
Das hängt von Zylinderzahl, Motorausführung, Leistung, Drehzahl und Serienstand ab.
Ein TBD604 L6 verwendet eine andere Pumpe als ein TBD604B V8 oder V12.
Bitte senden Sie uns deshalb das vollständige Pumpentypenschild.
Welche Bosch-Pumpe besitzt der TBD604BV8?
Eine wichtige TBD604BV8-Ausführung ist die:
PE8/10M/150/100LS46
mit Bosch:
9 410 365 824
und MWM:
12137108.
Weitere Motorstände müssen anhand der konkreten Pumpe beurteilt werden.
Welche Bosch-Pumpe besitzt der TBD604BV12?
Unter anderem kommt die:
FA-PE12/10M/150/100LS54
Bosch:
9 410 365 018
MWM:
12137109
vor.
Daneben existieren weitere V12-Pumpenstände.
Wie viele Einspritzpumpen besitzt der TBD604BV16?
Der TBD604BV16 arbeitet mit zwei Einspritzpumpen.
Deshalb sollten beide Pumpen insbesondere bei unbekanntem Reparaturstand nach Möglichkeit gemeinsam beurteilt werden.
Gibt es einen allgemeinen Förderbeginn für alle TBD604?
Nein.
Der Förderbeginn ist abhängig vom konkreten Motorstand.
MWM gibt ausdrücklich vor, den Kontrollwert aus den Abnahmeunterlagen des jeweiligen Motors zu entnehmen.
Reparieren Sie Bosch P10 Einspritzpumpen für den TBD604?
Ja.
Bosch-P10-Reiheneinspritzpumpen für TBD604- und TBD604B-Motoren gehören zu unserem spezialisierten Arbeitsbereich.
Können beide Einspritzpumpen eines TBD604BV16 geprüft werden?
Ja, abhängig von der konkreten Pumpenausführung und den vorhandenen Prüfdaten können beide Pumpen einzeln beurteilt und hinsichtlich ihrer Fördermengen miteinander verglichen beziehungsweise aufeinander abgestimmt werden.
Können nicht mehr lieferbare Ersatzteile nachgefertigt werden?
Abhängig von Bauteil und technischer Machbarkeit ja.
Nicht mehr verfügbare Pumpenkomponenten können gegebenenfalls über Reverse Engineering rekonstruiert und als Einzelteil oder Kleinserie neu hergestellt werden.
Anfrage zur Instandsetzung
Sie betreiben einen:
MWM/Deutz TBD604 L6
MWM/Deutz TBD604BL6
MWM/Deutz TBD604 V8
MWM/Deutz TBD604BV8
MWM/Deutz TBD604 V12
MWM/Deutz TBD604BV12
oder:
MWM/Deutz TBD604BV16
und benötigen Unterstützung bei Ihrer Einspritzpumpe?
Senden Sie uns:
- genaue Motorbezeichnung
- Motornummer
- Zylinderzahl
- Motorleistung
- Nenndrehzahl
- vollständigen Bosch-Pumpentyp
- Bosch-Teilenummer
- MWM-/Deutz-Nummer
- Fotos sämtlicher Typenschilder
- Fotos der vollständigen Pumpe
- Fehlerbeschreibung
- Angaben zu früheren Reparaturen
- und vorhandene Prüf- oder Abnahmeunterlagen.
Nach Sichtung der Daten können wir die Pumpenausführung identifizieren und den notwendigen Instandsetzungs-, Ersatzteil- und Prüfaufwand beurteilen.
Einspritzpumpen Manufaktur NRW
Spezialist für Bosch P10 Einspritzpumpen der TBD604- und TBD604B-Motorenfamilie
Unsere Leistungen umfassen:
TBD604 L6 Einspritzpumpen
TBD604BL6 Einspritzpumpen
TBD604BV8 Einspritzpumpen
TBD604BV12 Einspritzpumpen
TBD604BV16 Einspritzpumpen
Bosch P10 Reiheneinspritzpumpen
vollständige Demontage
technische Befundung
Pumpenelementprüfung
Druckventilprüfung
Nockenwellenprüfung
Rollen- und Rollenstößelprüfung
Präzisionsvermessung
Ersatzteilversorgung
Prüfstandskalibrierung
Fördermengenabgleich
Abgleich beider V16-Einspritzpumpen
Reverse Engineering
Nachfertigung nicht mehr verfügbarer Pumpenkomponenten
Vom einzelnen Pumpenelement bis zu den beiden Einspritzpumpen eines TBD604BV16 betrachten wir die Einspritztechnik immer innerhalb der tatsächlichen Motorkonfiguration.