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Mechanische Bosch-Reiheneinspritzpumpen gehören zu den präzisesten Baugruppen eines Dieselmotors. Ihre fachgerechte Instandsetzung erfordert spezialisierte Prüftechnik, Erfahrung und eine Werkstatt, die sämtliche Bearbeitungsschritte selbst durchführen kann. Genau darauf ist die Einspritzpumpen Manufaktur NRW spezialisiert.

Bosch P-Reiheneinspritzpumpen für MWM/Deutz 232, TBD234, TBD616 und TCD2016

Instandsetzung, Prüfstandskalibrierung und Ersatzteilversorgung für RP21, RP21C, RP25 und verwandte Bosch-Pumpenausführungen

Die MWM- und Deutz-Motorenfamilien 232, 234, 616 und 2016 stehen für mehrere Generationen leistungsstarker Marine-, Industrie- und Aggregatemotoren.

Aus einspritztechnischer Sicht bilden diese Motoren eine besonders interessante Entwicklungslinie.

Von den frühen MWM-232-Motoren über den TBD234 und TBD616 bis zum späteren TCD2016 wurde das Prinzip der mechanisch angetriebenen Bosch-Reiheneinspritzpumpe über Jahrzehnte weiterentwickelt.

Pumpengröße, Förderleistung, Nockenwellenbelastung, Pumpenelemente, Reglertechnik und Motorintegration wurden an steigende Leistungen und unterschiedliche Einsatzbedingungen angepasst. Beim TCD2016 blieb die mechanische Hochdruckerzeugung erhalten, während die Kraftstoffmengen- und Drehzahlregelung zusätzlich elektronisch gesteuert werden konnte. Beim V16 arbeiten zwei mechanisch gekoppelte Reiheneinspritzpumpen als gemeinsames Einspritzsystem.

Die Einspritzpumpen Manufaktur NRW ist auf die technische Befundung, vollständige Instandsetzung, Vermessung und Prüfstandskalibrierung dieser historischen und teilweise nicht mehr regulär unterstützten Bosch-Reiheneinspritzpumpen spezialisiert.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Pumpenausführungen:

RP21

RP21C

RP25

sowie den zugehörigen Bosch-Pumpen für:

MWM 232 / TBD232

MWM/Deutz TBD234

MWM/Deutz TBD616

MWM/Deutz TCD2016


Vier Motorengenerationen – eine kontinuierlich weiterentwickelte Einspritztechnik

Der MWM 232 kann aus heutiger Sicht gewissermaßen als früher konstruktiver Vorläufer der späteren 234-, 616- und 2016-Generation betrachtet werden.

Dabei handelt es sich nicht um vier technisch identische Motoren, sondern um eine über viele Jahre weiterentwickelte Konstruktionslinie.

Der TBD232 und TBD234 sind wassergekühlte Viertakt-Direkteinspritzer in 60°-V-Bauweise. Der TBD616 führt das Konzept als moderne V8-, V12- und V16-Motorenfamilie mit Vierventil-Zylinderköpfen und Hochdruckeinspritzung weiter. Beim TCD2016 kommen elektronische Motorüberwachung und elektronische Regelsysteme hinzu.

Vereinfacht lässt sich die Entwicklung so darstellen:

MWM 232 / TBD232

Frühe Generation mechanischer Bosch-Reiheneinspritzpumpen.

MWM/Deutz TBD234

Weiterentwickelte Pumpensysteme für höhere Leistungen, Marine- und Generatoranwendungen.

MWM/Deutz TBD616

Dokumentierte RP21-, RP21C- und RP25-Ausführungen für V8-, V12- und V16-Motoren.

MWM/Deutz TCD2016

Mechanische Hochdruck-Reiheneinspritzpumpen in Verbindung mit elektronischer Mengen- und Drehzahlregelung; beim V16 mit zwei gekoppelten Pumpen.

Diese Entwicklungslinie ist für die heutige Instandsetzung von großer Bedeutung.

Viele Pumpen ähneln sich konstruktiv, sind jedoch hinsichtlich ihrer internen Auslegung keinesfalls beliebig austauschbar.

Unterschiede bestehen unter anderem bei:

  • Pumpenelementen
  • Druckventilen
  • Nockenwellen
  • Nockenprofilen
  • Rollenstößeln
  • Fördermengen
  • Reglerausführungen
  • Vorhub
  • Förderbeginn
  • Nenndrehzahl
  • Motorleistung
  • Kupplung und Pumpenantrieb
  • sowie mechanischer oder elektronischer Betätigung.

Deshalb wird jede Einspritzpumpe bei uns anhand ihres konkreten technischen Standes identifiziert und instand gesetzt.


RP21, RP21C und RP25

Die genaue Pumpenausführung entscheidet über Instandsetzung und Einstellung

Bei den späteren MWM-/Deutz-Motoren sind insbesondere die Bezeichnungen RP21, RP21C und RP25 von zentraler Bedeutung.

Die DEUTZ-Werkstattdokumentation des TBD616 unterscheidet diese Pumpenausführungen ausdrücklich und gibt abhängig von der jeweiligen Kombination unterschiedliche technische Daten vor.

Dies betrifft unter anderem:

  • Pumpenmontage
  • Kupplung
  • Schmierung
  • Reglerausführung
  • Vorhub
  • Förderbeginn
  • Bosch-Pumpennummer
  • und Motorzuordnung.

Die vollständige Identifikation erfolgt deshalb grundsätzlich über:

Motortyp

Motornummer

Zylinderzahl

RP-Ausführung

vollständige Bosch-Typformel

Bosch-Teilenummer

MWM-/Deutz-Teilenummer

Reglerausführung

Nenndrehzahl

Motorleistung

und die verfügbaren Bosch- beziehungsweise MWM/Deutz-Prüfdaten.


MWM 232 / TBD232

Der frühe Ausgangspunkt dieser Motorenentwicklung

Die MWM-232-Serie umfasst wassergekühlte Viertakt-Direkteinspritzmotoren in 60°-V-Bauweise. Dokumentiert sind 6-, 8- und 12-Zylinder-Ausführungen.

Bei der 232-Familie wurden abhängig von Motorvariante, Zylinderzahl und Anwendung unterschiedliche Bosch-Reiheneinspritzpumpen eingesetzt.

Für bestimmte Zwölfzylinderanwendungen sind große Bosch-P-Reiheneinspritzpumpen dokumentiert.

Zu den historischen Typformeln gehören beispielsweise:

PE12P100A520/5RS98

mit bekannten Bosch-Referenzen wie:

0 401 870 033

0401870033

sowie weitere Pumpenausführungen abhängig von Motor- und Reglerstand.

Gerade bei dieser frühen Generation ist es wichtig, keine spätere RP-Bezeichnung nachträglich auf eine Pumpe zu übertragen, wenn diese nicht durch das Pumpentypenschild oder historische Herstellerunterlagen bestätigt werden kann.

Für einen 232 verwenden wir deshalb immer die tatsächliche:

  • Bosch-Typformel
  • Bosch-Nummer
  • Motorvariante
  • Reglerausführung
  • und Anwendung.

MWM/Deutz TBD234

Weiterentwicklung für höhere Leistungen und anspruchsvolle Anwendungen

Beim TBD234 wurde die mechanische Einspritztechnik weiterentwickelt.

Die Motorenfamilie umfasst wassergekühlte 6-, 8- und 12-Zylinder-V-Motoren mit Direkteinspritzung.

Die Einspritzpumpe sitzt innerhalb des V-Raums beziehungsweise Kurbelgehäusesattels und wird mechanisch vom Motor angetrieben.

In der DEUTZ-Werkstattdokumentation werden unterschiedliche Pumpenausführungen behandelt, darunter S1000 sowie RP25 beziehungsweise S7100. Für diese Ausführungen gelten unterschiedliche konstruktive und montagebezogene Vorgaben.


TBD234 V8

Für verschiedene TBD234-V8-Anwendungen sind unterschiedliche Bosch-Reiheneinspritzpumpen bekannt.

Zu den dokumentierten Typformeln gehört beispielsweise:

PE8P120A520/5RS427

mit Bosch-Referenzen wie:

0 401 878 108

0401878108

Auch innerhalb derselben Motorfamilie können verschiedene Pumpenstände existieren.

Deshalb reicht die Angabe:

„TBD234 V8“

für eine verbindliche Pumpenidentifikation nicht aus.

Benötigt werden immer Typenschild, Bosch-Nummer, Motorleistung, Nenndrehzahl und Reglerausführung.


TBD234 V12

Auch beim TBD234 V12 existieren mehrere unterschiedliche Pumpenausführungen.

Zu den bekannten vollständigen Bosch-Typformeln gehören unter anderem:

PE12P120A520/5RS428-1

und

PE12P120A520/5RS7146

mit Bosch-Referenzen wie:

0 401 870 089

0401870089

sowie:

0 402 670 803

0402670803

Die Bosch-Nummer 0 402 670 803 ist als Bosch-Reiheneinspritzpumpe dokumentiert und besitzt historische MWM/KHD-Querverweise.

Für die praktische Instandsetzung ist entscheidend:

Die Motorbezeichnung allein bestimmt nicht die korrekte Pumpenausführung.

Zusätzlich müssen berücksichtigt werden:

  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Generator- oder Marineanwendung
  • Reglerausführung
  • Bosch-Nummer
  • und technischer Pumpenstand.

MWM/Deutz TBD616

RP21, RP21C und RP25

Beim TBD616 wird die Entwicklung der Bosch-Reiheneinspritzpumpe besonders deutlich.

Die Motorenfamilie umfasst V8-, V12- und V16-Ausführungen mit 60° Zylinderwinkel, Vierventil-Zylinderköpfen und Hochdruckeinspritzung. Mechanische und elektronische Drehzahlregelungen sind dokumentiert.

Das DEUTZ-Werkstatthandbuch ordnet den unterschiedlichen Motorvarianten konkrete RP21C- und RP25-Pumpen zu.


TBD616 V8 – RP25

Für den TBD616 V8 sind unter anderem folgende Bosch-Pumpen dokumentiert:

0 402 618 808
0402618808

0 402 678 829
0402678829

0 402 678 828
0402678828

Abhängig vom konkreten Pumpenstand dokumentiert DEUTZ unterschiedliche Vorhubwerte von 4,55 mm beziehungsweise 4,65 mm.

Damit wird deutlich:

Auch innerhalb der Bezeichnung RP25 darf nicht mit einem einzigen pauschalen Einstellwert gearbeitet werden.


TBD616 V12 – RP25

Für V12-Anwendungen dokumentiert DEUTZ unter anderem:

0 402 610 804
0402610804

0 402 670 810
0402670810

0 402 670 811
0402670811

Auch hier unterscheiden sich die vorgeschriebenen Vorhubwerte abhängig vom jeweiligen Pumpenstand.


TBD616 V12 – RP21C

Neben RP25 ist beim TBD616 V12 auch eine RP21C-Ausführung dokumentiert.

Eine besonders relevante Bosch-Nummer ist:

0 401 430 015

beziehungsweise:

0401430015

Die DEUTZ-Dokumentation gibt für diese Ausführung einen Vorhub von:

4,95 mm

an.

Diese Bosch-Nummer ist auch deshalb interessant, weil sie später erneut im Zusammenhang mit dem TCD2016 V12 auftaucht.


TBD616 V16

Zwei Einspritzpumpen – ein gemeinsames Einspritzsystem

Beim TBD616 V16 arbeiten zwei mechanisch gekoppelte Reiheneinspritzpumpen gemeinsam am Motor.

DEUTZ besitzt hierfür eigene Arbeitsanweisungen für Ausbau, Einbau, Kupplung, Schmierung und Förderbeginneinstellung.

Sowohl RP25- als auch RP21C-Konfigurationen sind dokumentiert.


TBD616 V16 – RP25

Zu den dokumentierten Bosch-Nummern gehören:

0 402 618 806
0402618806

0 402 618 807
0402618807

0 402 618 809
0402618809

0 402 678 830
0402678830


TBD616 V16 – RP21C

Für eine RP21C-Konfiguration dokumentiert DEUTZ unter anderem:

0 401 408 050
0401408050

und:

0 401 438 015
0401438015

Der dokumentierte Vorhub beträgt in dieser Konfiguration:

4,95 mm.


Warum ein V16-Pumpenpaar gemeinsam betrachtet werden muss

Eine V16-Einspritzanlage besteht technisch nicht lediglich aus zwei voneinander unabhängigen Einspritzpumpen.

Beide Pumpen arbeiten später am selben Motor und müssen hinsichtlich:

  • Fördermenge
  • Regelbewegung
  • mechanischer Grundstellung
  • Kupplung
  • Förderbeginn
  • und Synchronisation

zueinander passen.

Unterschiedliche Fördermengen zwischen den beiden Pumpen können zu unterschiedlichen Verbrennungsbedingungen zwischen den Zylindergruppen führen.

Mögliche Folgen sind:

  • unterschiedliche Zylinderleistungen
  • voneinander abweichende Abgastemperaturen
  • ungleichmäßige Lastverteilung
  • Rauchentwicklung
  • erhöhte thermische Belastung
  • schlechtere Lastannahme
  • und zusätzliche mechanische Beanspruchung.

Deshalb betrachten wir ein V16-Pumpenpaar nach Möglichkeit als vollständiges Einspritzsystem.


16-Zylinder-Prüfstand mit 16 Messgläsern

Gemeinsame Prüfung und Synchronisation gekoppelter Einspritzpumpen

Für große V16-Einspritzsysteme verfügen wir über einen speziell ausgelegten 16-Zylinder-Einspritzpumpen-Prüfstand mit volumetrischer Fördermengenmessung über 16 separate Messgläser.

Nach der vollständigen Instandsetzung können beide Einspritzpumpen zunächst einzeln geprüft und kalibriert werden.

Anschließend können geeignete Pumpenpaare:

  • mechanisch miteinander gekoppelt
  • gemeinsam auf dem Prüfstand betrieben
  • aufeinander abgestimmt
  • synchronisiert
  • und als vollständiges 16-Zylinder-System vermessen werden.

Jedes Pumpenelement besitzt eine eigene Messstelle.

Dadurch können wir direkt vergleichen:

  • Fördermengen innerhalb Pumpe I
  • Fördermengen innerhalb Pumpe II
  • Unterschiede zwischen den beiden Pumpen
  • alle 16 Pumpenelemente miteinander
  • Wiederholgenauigkeit
  • Auswirkungen von Einstellkorrekturen
  • Regelbewegung
  • und Synchronisation der gesamten Einheit.

Unser Ziel ist nicht, zwei einzeln funktionierende Einspritzpumpen zurückzugeben. Unser Ziel ist ein technisch aufeinander abgestimmtes V16-Einspritzsystem.


MWM/Deutz TCD2016

Die mechanische Reiheneinspritzpumpe wird elektronisch geregelt

Beim TCD2016 wurde das Grundprinzip der mechanischen Hochdruckerzeugung weiterhin beibehalten.

Das DEUTZ-Werkstatthandbuch beschreibt ausdrücklich ein Hochdruckeinspritzsystem mit Reiheneinspritzpumpen.

Acht- und Zwölfzylinder-Ausführungen arbeiten mit einer Hochdruck-Reiheneinspritzpumpe, beim V16 werden zwei Hochdruck-Reiheneinspritzpumpen eingesetzt.

Die Pumpen befinden sich geschützt im V-Raum des Motors. Der Pumpenantrieb erfolgt über eine wartungsfreie Lamellenkupplung; beim V16 werden beide Einspritzpumpen zusätzlich über eine Zahnkupplung miteinander verbunden.

Damit wurde das mechanische Hochdruckpumpenprinzip nicht aufgegeben.

Weiterentwickelt wurde vor allem die Regelung der eingespritzten Kraftstoffmenge.


Elektronische Drehzahl- und Mengenregelung beim TCD2016

Für den TCD2016 dokumentiert DEUTZ unterschiedliche elektronische Regelsysteme.

Dazu gehören:

DEUTZ EMR2 mit Heinzmann StG 2040-DP

und:

GAC

Das elektronische Regelsystem verarbeitet die Motordrehzahl und weitere Betriebsparameter und verstellt über einen Aktuator die mechanische Regelung der Einspritzpumpe.

Beim EMR2 wird die Stellung der Pumpenregelung zusätzlich an das Steuergerät zurückgemeldet. Beim analogen GAC-System erfolgt die Betätigung der Regelmechanik ebenfalls über einen direkt an der Einspritzpumpe montierten Aktuator.

Für die Instandsetzung bedeutet dies:

Die mechanische Einspritzpumpe und die elektronische Betätigung müssen getrennt beurteilt, aber als gemeinsames System verstanden werden.

Eine elektronisch angesteuerte Pumpe kann mechanisch verschlissen sein.

Umgekehrt kann eine mechanisch einwandfreie Einspritzpumpe aufgrund eines Fehlers an:

  • Aktuator
  • Regelgestänge
  • Sensorik
  • Steuergerät
  • Verkabelung
  • oder Grundeinstellung

ein fehlerhaftes Betriebsverhalten zeigen.


TCD2016 V12

Eine besonders interessante Bosch-Referenz ist:

0 401 430 015

beziehungsweise:

0401430015

Diese Bosch-Nummer ist bereits aus einer RP21C-Anwendung des TBD616 V12 dokumentiert und wird im Ersatzteilmarkt zusätzlich zusammen mit:

MWM/Deutz 1227 6584

beziehungsweise:

12276584

als Einspritzpumpe für den TCD2016 V12 geführt.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng einzelne technische Entwicklungsschritte zwischen 616 und 2016 miteinander verbunden sind.

Gleichzeitig zeigt es, warum wir uns bei der Instandsetzung niemals ausschließlich auf eine Händlerbezeichnung verlassen.

Maßgeblich sind:

  • originales Pumpentypenschild
  • Bosch-Nummer
  • MWM-/Deutz-Referenz
  • Motorseriennummer
  • Regler
  • Leistung
  • Nenndrehzahl
  • und verfügbare Herstellerdaten.

Unsere Instandsetzung der Bosch P-Reiheneinspritzpumpen

Vollständige technische Befundung statt reiner Abdichtung

Eine professionelle Instandsetzung besteht für uns nicht daraus, eine Einspritzpumpe lediglich zu reinigen, neu abzudichten und anschließend nachzustellen.

Diese Pumpen sind mechanische Präzisionssysteme.

Verschleiß an nur einem Bauteil kann die Fördermenge, Regelung oder Betriebssicherheit des gesamten Systems beeinflussen.

Deshalb wird jede Einspritzpumpe vollständig technisch beurteilt.


1. Identifikation und Eingangsbefund

Vor der Zerlegung dokumentieren wir:

  • Pumpenhersteller
  • vollständige Bosch-Typformel
  • Bosch-Nummer
  • MWM-/Deutz-Nummer
  • RP21 / RP21C / RP25 beziehungsweise andere bestätigte Pumpenausführung
  • Motorbaureihe
  • Motornummer
  • Zylinderzahl
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Drehrichtung
  • Anwendung
  • mechanischen oder elektronischen Regler
  • und vorhandene Hersteller-Prüfdaten.

Bei V16-Anwendungen werden beide Pumpen einzeln erfasst und anschließend als zusammengehörendes System betrachtet.


2. Vollständige Zerlegung

Die Einspritzpumpe wird vollständig in ihre funktionalen Baugruppen zerlegt.

Je nach Ausführung prüfen wir unter anderem:

  • Pumpengehäuse
  • Pumpenelemente
  • Pumpenkolben
  • Pumpenzylinder
  • Druckventile
  • Druckventilhalter
  • Nockenwelle
  • Nockenprofile
  • Rollen
  • Rollenstößel
  • Lager
  • Lagerbolzen
  • Buchsen
  • Regelstange
  • Regelmechanik
  • Federn
  • Wellen
  • Hebel
  • Regleranbindung
  • Pumpenantrieb
  • Kupplungselemente
  • Dichtflächen
  • und Gehäusepassungen.

3. Reinigung, Prüfung und Vermessung

Nach vollständiger Reinigung werden alle funktionsrelevanten Bauteile vermessen und beurteilt.

Besonderes Augenmerk liegt auf:

  • Pumpenelementverschleiß
  • innerer Leckage
  • Korrosion
  • Oberflächenschäden
  • Nockenwellenverschleiß
  • Zustand der Nockenprofile
  • Rollen- und Rollenstößelverschleiß
  • Lagerspiel
  • Druckventilzustand
  • Regelstangenbewegung
  • Passungen
  • und vorhandenen Grundeinstellungen.

Ein Bauteil wird nicht allein deshalb weiterverwendet, weil es äußerlich unbeschädigt erscheint.

Entscheidend sind:

Maßhaltigkeit, Oberflächenzustand, Verschleiß und tatsächliche Funktion.


4. Ersatzteilversorgung

Die ursprüngliche Ersatzteilversorgung für viele Pumpenausführungen dieser Motorengenerationen wird zunehmend schwieriger.

Einzelne Komponenten sind vom Hersteller abgekündigt oder nur noch aus historischen Lagerbeständen verfügbar.

Wir beschaffen abhängig vom Projekt:

  • originale Ersatzteile
  • New Old Stock
  • gebrauchte Originalkomponenten
  • Referenzpumpen
  • historische Herstellerunterlagen
  • und geeignete Vergleichsteile.

Dabei wird ein gebrauchtes Bauteil nicht automatisch wieder eingebaut.

Es kann ebenso als Referenz für:

  • Abmessungen
  • Werkstoff
  • Oberflächen
  • Fertigungsmerkmale
  • konstruktive Details
  • oder eine spätere Nachfertigung

dienen.


5. Reverse Engineering nicht mehr lieferbarer Bauteile

Wenn erforderliche Komponenten nicht mehr regulär beschafft werden können, prüfen wir die Möglichkeit einer technischen Rekonstruktion.

Dazu beschaffen und untersuchen wir je nach Projekt:

  • gebrauchte Originalteile
  • New-Old-Stock-Komponenten
  • beschädigte Muster
  • Vergleichspumpen
  • technische Zeichnungen
  • historische Ersatzteillisten
  • und vorhandene OEM-Unterlagen.

Die Bauteile können:

  • zerlegt
  • vermessen
  • werkstofftechnisch analysiert
  • konstruktiv rekonstruiert
  • digital nachgebildet
  • als Prototyp gefertigt
  • geprüft
  • und anschließend als Einzelteil oder Kleinserie hergestellt werden.

Wo technisch sinnvoll, werden historische Konstruktionen hinsichtlich:

  • Material
  • Wärmebehandlung
  • Verschleißfestigkeit
  • Oberflächenqualität
  • Fertigungsgenauigkeit
  • und langfristiger Betriebssicherheit

weiterentwickelt.

Das Ziel ist dabei nicht die optische Kopie eines alten Bauteils.

Die technische Funktion innerhalb der vollständigen Einspritzpumpe ist entscheidend.


6. Montage und Grundeinstellung

Nach Abschluss der Bauteilprüfung erfolgt die kontrollierte Montage der Einspritzpumpe.

Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • korrekte Pumpenelementzuordnung
  • Druckventile
  • Rollenstößel
  • Nockenstellung
  • Lagerspiel
  • Regelstangenbewegung
  • Schmierung
  • Dichtheit
  • Regleranbindung
  • Kupplung
  • und die pumpenspezifischen Grundeinstellwerte.

Förderbeginn und Vorhub

Keine pauschalen Einstellwerte

Die TBD616-Dokumentation zeigt sehr deutlich, warum eine genaue Pumpenidentifikation zwingend erforderlich ist.

Für dokumentierte RP21C-Ausführungen wird beispielsweise ein Vorhub von:

4,95 mm

angegeben.

Bei verschiedenen RP25-Ausführungen finden sich dagegen:

4,55 mm

beziehungsweise:

4,65 mm.

Diese Werte sind keine allgemein gültigen Einstellwerte für jede Pumpe dieser Bezeichnung.

Entscheidend ist immer die konkrete Kombination aus:

  • Bosch-Pumpe
  • RP-Ausführung
  • Motor
  • Leistung
  • Nenndrehzahl
  • Regler
  • und Hersteller-Prüfdaten.

7. Prüfstandskalibrierung

Nach der mechanischen Instandsetzung wird die Einspritzpumpe unter definierten Bedingungen geprüft und eingestellt.

Abhängig von Pumpen- und Reglerausführung kontrollieren wir unter anderem:

  • Fördermenge jedes Pumpenelements
  • Gleichmäßigkeit der Fördermengen
  • Wiederholgenauigkeit
  • unterschiedliche Drehzahlpunkte
  • Regelweg
  • Reglerfunktion
  • Abschaltverhalten
  • Dichtheit
  • mechanischen Lauf
  • und die verfügbaren pumpenspezifischen Sollwerte.

Für uns endet eine vollständige Instandsetzung nicht mit der Montage.

Eine Einspritzpumpe muss ihre Funktion anschließend auch auf dem Prüfstand nachweisen.


Typische Schadensbilder

Bei diesen Bosch-Reiheneinspritzpumpen finden wir unter anderem:

  • verschlissene Pumpenelemente
  • erhöhte innere Leckage
  • beschädigte Druckventile
  • Korrosion
  • Schäden nach langer Stillstandszeit
  • festgehende Pumpenkolben
  • schwergängige Regelstangen
  • Nockenwellenverschleiß
  • beschädigte Nockenprofile
  • Rollenverschleiß
  • Rollenstößelverschleiß
  • erhöhtes Lagerspiel
  • Lagerschäden
  • beschädigte Federn
  • verschlissene Reglermechanik
  • Kupplungsschäden
  • verhärtete Dichtungen
  • Kraftstoff- oder Ölundichtigkeiten
  • falsche Bauteilkombinationen
  • unsachgemäße frühere Reparaturen
  • und ungleichmäßige Fördermengen.

Bei V16-Pumpensystemen kommt zusätzlich die mögliche Abweichung zwischen beiden Pumpen hinzu.


Warum sich die Instandsetzung dieser Pumpen weiterhin lohnt

Viele MWM- und Deutz-Motoren dieser Generationen sind trotz ihres Alters weiterhin in:

  • Schiffen
  • Generatoranlagen
  • Kraftwerken
  • Industrieanlagen
  • Pumpenstationen
  • Sondermaschinen
  • und stationären Anlagen

im Einsatz.

Häufig ist nicht der gesamte Motor technisch verbraucht.

Das Problem besteht vielmehr darin, dass einzelne Einspritzpumpen oder benötigte Ersatzteile vom ursprünglichen Hersteller nicht mehr regulär verfügbar sind.

Eine fachgerechte Instandsetzung kann deshalb wirtschaftlich erheblich sinnvoller sein als:

  • Austausch des kompletten Motors
  • Umbau der gesamten Anlage
  • Anpassung von Getriebe oder Generator
  • Veränderung der Kühlanlage
  • Anpassung der Abgasanlage
  • Änderung der Steuerung
  • oder langfristiger Stillstand aufgrund eines einzelnen nicht verfügbaren Bauteils.

Für Betreiber und technische Einkäufer bedeutet dies:

Der Erhalt eines vorhandenen, grundsätzlich funktionsfähigen Motors kann wirtschaftlich wesentlich interessanter sein als der Ersatz der vollständigen Anlage.

Die technische Machbarkeit muss dabei immer im Einzelfall geprüft werden.


Für Betreiber, Reedereien und technische Serviceunternehmen

Unsere Leistungen richten sich unter anderem an:

  • Reedereien
  • Schiffsbetreiber
  • Werften
  • Marine-Servicebetriebe
  • Kraftwerksbetreiber
  • Betreiber von Generatoranlagen
  • Industrieunternehmen
  • Motoreninstandsetzer
  • Einspritzpumpen-Fachbetriebe
  • technische Einkaufsabteilungen
  • Ersatzteilhändler
  • und Betreiber historischer MWM-/Deutz-Motoren.

Internationale Anfragen und Einsendungen nach Deutschland sind nach vorheriger technischer Abstimmung möglich.


Warum das vollständige Typenschild entscheidend ist

Die Angabe:

„RP25 für einen TBD616“

reicht für eine verbindliche technische Beurteilung nicht aus.

Bitte übermitteln Sie uns möglichst:

Daten der Einspritzpumpe

  • vollständige Bosch-Typformel
  • Bosch-Nummer
  • MWM-/Deutz-Nummer
  • RP21 / RP21C / RP25
  • Reglerbezeichnung
  • Drehrichtung
  • Fotos sämtlicher Typenschilder

Daten des Motors

  • vollständige Motorbezeichnung
  • Motornummer
  • Zylinderzahl
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Einsatzbereich

Zusätzlich

  • Fotos der gesamten Einspritzpumpe
  • Fotos der Antriebsseite
  • Fotos der Reglerseite
  • Fehlerbeschreibung
  • Informationen zu früheren Reparaturen
  • vorhandene Bosch-, MWM- oder DEUTZ-Prüfunterlagen.

Bei einem V16 empfehlen wir nach Möglichkeit die gemeinsame Einsendung beider Einspritzpumpen.


Häufige Fragen

Reparieren Sie RP21- und RP21C-Einspritzpumpen?

Ja.

Die Pumpen werden anhand der vollständigen Motor- und Bosch-Daten identifiziert, vollständig zerlegt, vermessen und abhängig vom Zustand instand gesetzt. Anschließend erfolgt die Prüfung und Kalibrierung.


Reparieren Sie RP25-Einspritzpumpen?

Ja.

RP25-Pumpen der MWM-/Deutz-Anwendungen gehören zu unserem spezialisierten Arbeitsgebiet.

Die genaue Pumpenausführung wird anhand von Bosch-Nummer, Motorvariante, Regler, Nenndrehzahl und Leistungsstand bestimmt.


Welche Einspritzpumpe besitzt mein TBD616?

Das hängt von Zylinderzahl, Motorstand, Leistung und Anwendung ab.

Für den TBD616 sind unterschiedliche RP21/RP21C- und RP25-Konfigurationen dokumentiert.


Besitzt der TBD616 V16 zwei Einspritzpumpen?

Ja.

Beim V16 arbeiten zwei Einspritzpumpen gemeinsam als gekoppeltes Einspritzsystem.


Können beide V16-Einspritzpumpen gemeinsam geprüft werden?

Ja, sofern die konkrete Pumpenkonfiguration auf unserem Prüfstand aufgenommen werden kann.

Nach der Einzelinstandsetzung können beide Pumpen gemeinsam betrieben werden. Die Fördermengen aller 16 Pumpenelemente werden über separate Messgläser erfasst und miteinander verglichen.


Arbeitet der TCD2016 weiterhin mit Reiheneinspritzpumpen?

Ja.

Die DEUTZ-Dokumentation beschreibt ein Hochdruckeinspritzsystem mit mechanisch angetriebenen Reiheneinspritzpumpen. Beim V16 arbeiten zwei Pumpen. Die Kraftstoffmengenregelung kann elektronisch über EMR2/Heinzmann oder GAC erfolgen.


Können nicht mehr verfügbare Pumpenbauteile nachgefertigt werden?

Abhängig von Bauteil und technischer Machbarkeit ja.

Wir prüfen zunächst vorhandene Originalteile, NOS-Bestände und gebrauchte Referenzteile. Ist keine geeignete Lösung mehr verfügbar, können ausgewählte Komponenten über Reverse Engineering rekonstruiert und neu gefertigt werden.


Anfrage zur Instandsetzung

Sie betreiben einen:

MWM 232 / TBD232

MWM/Deutz TBD234

MWM/Deutz TBD616

oder

MWM/Deutz TCD2016

und benötigen Unterstützung bei der Instandsetzung der Bosch-Reiheneinspritzpumpe?

Senden Sie uns bitte:

  • genaue Motorbezeichnung
  • Motornummer
  • Zylinderzahl
  • Motorleistung
  • Nenndrehzahl
  • Bosch-Typformel
  • Bosch-Nummer
  • MWM-/Deutz-Nummer
  • RP-Ausführung
  • Reglerbezeichnung
  • Fotos der vollständigen Einspritzpumpe
  • Fotos sämtlicher Typenschilder
  • und eine Beschreibung des Fehlers.

Nach Sichtung der Daten können wir die Pumpenausführung identifizieren und den notwendigen Prüf- und Instandsetzungsumfang bewerten.


Einspritzpumpen Manufaktur NRW

Spezialist für Bosch P-Reiheneinspritzpumpen der MWM- und Deutz-Motorenfamilien 232, 234, 616 und 2016

Unsere Leistungen umfassen:

RP21 Einspritzpumpen-Instandsetzung

RP21C Einspritzpumpen-Instandsetzung

RP25 Einspritzpumpen-Instandsetzung

MWM 232 / TBD232 Einspritzpumpen

MWM/Deutz TBD234 Einspritzpumpen

MWM/Deutz TBD616 Einspritzpumpen

MWM/Deutz TCD2016 Einspritzpumpen

vollständige Zerlegung und Befundung

Vermessung der Pumpenkomponenten

Pumpenelement- und Druckventilprüfung

Nockenwellen- und Rollenstößelprüfung

Reglerprüfung

Förderbeginn- und Vorhubeinstellung

Prüfstandskalibrierung

Fördermengenabgleich

16-Zylinder-Prüfung mit 16 Messgläsern

Synchronisation gekoppelter V16-Einspritzpumpen

Reverse Engineering

Nachfertigung nicht mehr verfügbarer Pumpenkomponenten

Von den frühen Bosch P-Reiheneinspritzpumpen der MWM-232-Generation über die Einspritzsysteme des TBD234 und die dokumentierten RP21-, RP21C- und RP25-Ausführungen des TBD616 bis zur elektronisch geregelten mechanischen Hochdruckeinspritzung des TCD2016 – wir betrachten jede Einspritzpumpe innerhalb ihrer tatsächlichen Motor-, Leistungs- und Reglerkonfiguration.